

Das Team um Autorin Annette Schmaltz hat Zugang in alle Winkel und Ecken und verfolgt die Produktion besonders charakteristischer Elemente der Elbphilharmonie. So müssen die 1100 Fassadenscheiben zwischen vier verschiedenen Produktionsorten in Europa hin- und hergefahren werden, weil nur hochspezialisierte Firmen die besonderen technischen Herausforderungen wie das Biegen bewältigen können. Pressen und Öfen werden extra gebaut, Flugzeugturbinen simulieren Starkwind bei Belastungstests.
Einer der besten Konzertsäle der Welt soll in der Hafencity entstehen. Der Film zeigt den immensen Aufwand, der für das optimale Klangerlebnis betrieben wird: Das riesige 1:10-Modell des Konzertsaales, in dem das Publikum im Saal mit Puppen simuliert wird. Die Produktion der "weißen Haut", der Akustikverkleidung des Konzertsaales, die allein so viel wiegt wie fünf Airbus A380. Die Lagerung des gesamten Konzertsaales auf Stahlfedern, um ihn akustisch zu entkoppeln. Die letzten Änderungen am Bezug der Stühle, der nicht zu viel Schall schlucken darf: Exklusive Bilder offenbaren, wie viel Detailverliebtheit, Ingenieurswissen und Wahnsinn in dem Gesamtkunstwerk Elbphilharmonie stecken.
Spektakuläre Aufnahmen von drei Zeitrafferkameras, die über zehn Jahre lang fest installiert fast acht Millionen Einzelbilder schießen, liefern einen Schnelldurchlauf des wachsenden Gebäudes bei Hitze und Schnee, bei Nebel und Sturmflut. Im Film dauert es vom ersten Spatenstich bis zur Vollendung nur knapp fünf Minuten. In Wahrheit zogen sich die Arbeiten bekanntlich wesentlich länger hin. Die Elbphilharmonie wurde zum Sinnbild für astronomische Kostensteigerung und Fehlplanung öffentlicher Bauten. Die Dokumentation vollzieht die Chronique scandaleuse verständlich nach. Auch während des Baustopps wird auf der Baustelle gedreht und natürlich beim Parlamentarischen Untersuchungsausschuss.
Zeitweise sieht es so aus, als würde das Projekt gar nicht mehr fertiggestellt. Immer wieder gibt es neue Verzögerungen, neue Probleme und erneute Verschiebungen des Eröffnungstermins. Das musikalische Programm der ersten Saison wird wieder und wieder neu geplant, von einem hartgesottenen Intendanten, der über Jahre in Gummistiefeln statt in Abendgarderobe durch den Konzertsaal streift.
Doch all die Ernüchterung während der Krisenzeiten verfliegt angesichts des nun fertiggestellten Gebäudes schnell: Die Elbphilharmonie vermag wieder denselben Enthusiasmus auszulösen, der die Menschen in Hamburg in den frühen Planungszeiten schon ergriffen hatte. Es ist tatsächlich ein Wahrzeichen entstanden, das wie die Sydney Opera oder der Eiffelturm für eine ganze Stadt, vielleicht ein ganzes Land steht. Thema: Hamburg meine Perle
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 03.06.2019 um 01:15 Uhr auf tagesschau24.