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Vergewaltigt. Wir zeigen an! - Ein Jahr später

aus der Reihe "Die Story"
Mittwoch, 05.06.2019 22:10 Uhr
WDR
Mittwoch
05.06.2019
22:10 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Hilfsangebote nach sexueller Gewalt fehlen
Soldatin Nora (31) kämpfte nach einem sexuellen Übergriff innerhalb der Bundeswehr darum, von ihrem Vorgesetzten überhaupt ernst genommen zu werden. Dabei wiesen Spuren und eine Videoaufzeichnung schnell auf Noras Täter hin - ein Offizier. Dennoch wurden Nora wenig Hilfsangebote innerhalb der Bundeswehr gemacht. Immer wieder fühlte sie sich in den Wochen nach dem sexuellen Missbrauch so, als würde sie vom Opfer zur Täterin gemacht. Aber Nora blieb bei ihrer Anzeige, und der Täter wurde 2017 zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.
Ein Jahr nach der Dokumentation "Vergewaltigt. Wir zeigen an!" schauen wir zurück und berichten, was Nora erlebt hat. Monatelang musste sie darum kämpfen, dass sie trotz posttraumatischer Belastungsstörung bei der Bundeswehr als Soldatin bleiben kann. Aber Nora will noch mehr: Sie möchte andere junge Frauen aufklären und sagt zu, vor einer Schulklasse ihre Geschichte zu erzählen, um Schülerinnen vor den Gefahren von K.O.-Tropfen zu warnen.

"Schlimmer als die Tat selbst "
Anna (23) wurde von zwei Männern sexuell missbraucht. Die Täter filmten die Tat und konnten so überführt werden. Doch erst im Gerichtssaal des Landgerichts Münster passierte 2015 das, was Anna heute als "Horror" und "schlimmer als die Tat selbst" bezeichnet. Das Gericht mutete ihr nach Beweisanträgen der Verteidigung zu, Film- und Tonaufnahmen von dem sexuellen Übergriff im Gerichtssaal anzuschauen, in Anwesenheit der zwei später verurteilten Täter. Diese Bilder verfolgen sie jetzt Nacht für Nacht. Sie hatte vorher keine Erinnerungen.

Nach der Ausstrahlung der ARD-Dokumentation meldeten sich einige Betroffene bei unseren Protagonistinnen. Anna (23) bekommt eine unerwartete Nachricht von einer Zuschauerin. Es stellt sich heraus, dass die junge Frau Annas Täter kennt und Ähnliches erlebt hat. Die beiden Frauen verabreden ein Treffen.
Und Silke? Sie bekam vor Gericht Recht, der Angeklagte wurde zu zwei Jahren Haftstrafe verurteilt, ging aber in Berufung. Der Prozess wird vor dem Landgericht Münster erneut aufgerollt und Silke (41) kämpft weiter um ihr Recht. Film von Nicole Rosenbach

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 05.06.2019 um 22:10 Uhr auf WDR.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Recht/Justiz, Menschen im Alltag