ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

Prost Mahlzeit DDR

Kali, Pfeffi, Blauer Würger
Dienstag, 04.06.2019 22:05 Uhr
MDR
Dienstag
04.06.2019
22:05 Uhr
Teilen:
Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Wenn in der DDR immer etwas fehlte, eines gab es ständig: Alkohol. Natürlich mangelte es dabei an edlen Tropfen, aber die einfachen Schnäpse füllten manche Lücken in den Regalen. Und es fehlt nicht an Kosenamen für die hochprozentigen Getränke: "Blauer Würger", Kali, Pfeffi.

Obwohl die DDR sich als "nüchterne Republik" verstand, stieg der Alkoholverbrauch in den 60er-Jahren so alarmierend, dass in den Berichten der Partei "gesundheitsgefährdende Ausmaße" befürchtet wurden. Der Staat versuchte dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Am 1. Februar 1971 reagierte der DDR-Ministerrat mit einer saftigen Preissteigerung für "harte" Getränke. Der Absatz von Wein und Bier stieg jedoch nur kurzzeitig. Nicht jedem schmeckte der heimische Gerstensaft. Schon 1957 hatte ein Großversuch mit Gerstenflocken das Ende des Deutschen Reinheitsgebotes für manche Biere in der DDR besiegelt. Aus Gründen der Sparsamkeit durfte Malz durch Gerstenflocken, Reis- und Maisgrieß sowie Zucker ersetzt werden. Vielen Bieren sah man diese Sparsamkeit auch an, sie waren trübe.

Trugen die bekannten Biersorten den Zusatz "Export" - so war das leider meist sehr wörtlich zu nehmen. Radeberger und Wernesgrüner fand man in den beliebten Kaufhallen fast nie, wurden so zu einer eigenen Währung im Besorgen von Mangelwaren. Richtiges Geld musste jedoch die staatliche Plankommission hin und wieder für "Blitzimporte" einsetzen. Die "Aktion Weihnachtsteller" sorgte so für Wein und Sekt aus Spanien, Frankreich oder Westdeutschland.

Da die DDR sich sonst aber kaum auf dem internationalen Spirituosenmarkt bedienen konnte, musste die einheimische Industrie den internationalen Getränkemoden folgen. Immer neue Destillate bereicherten die ostdeutschen Getränkelisten. Klassische Spirituosen wie "Kristall"-Wodka oder "Nordhäuser Doppelkorn" - die die Wende überdauerten - und exotisches wie "Sambalita" und "Sabrina Tropic" warben um die Gunst des Verbrauchers.

Der Film erzählt ein interessantes und unterhaltsames Stück ostdeutscher Wirtschaftsgeschichte mit einem Augenzwinkern. Etikettensammler, Brauer, Brenner, Betriebsdirektoren und Wissenschaftler geben dabei Einblick in eine besondere Geschichte der DDR. Film von Andreas Kuno Richter

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 04.06.2019 um 22:05 Uhr auf MDR.

Livestream
Details
Audio-Format
stereo
Bild-Format
16:9
Farbe
farbe
Audio-Beschr.
nein
Hoerhilfe
nein
HDTV
nein
Logo-Event
nein
VPS
1559678700
Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, DDR, Rückblick, Essen/Trinken