

Wenn Franz X. Gernstl, HP Fischer und Stefan Ravasz auf Reisen gehen, haben sie selten einen konkreten Anlass. 2012 war das anders. In Griechenland waren sie der Krise - fernab der großen Politik - auf der Spur.
Im Süden des Peloponnes, in Areópoli, entdeckt Franz X. Gernstl eine kleine Bäckerei. Sie gehört Milia Tsatsouli, einer kleinen Frau, die ihr Alter nicht verraten will. "Ich hoffe, dass die Menschen nicht aufhören, Brot zu essen", das sagt sie ohne Ironie, denn die Bäckerei ist alles, was sie hat. Mit 28 Jahren verliert sie ihren Mann, alleine zieht sie die Kinder groß. "Ich liebe meine Bäckerei", erzählt sie. "Weil ich mit ihr sechs Kinder großziehen konnte, weil sie meine Gedanken ordnet, und weil sie mich meine Einsamkeit vergessen lässt." Aber dann fängt sie an zu lachen: "Ich werde sie auch nicht mehr los. Mehrmals wollte ich aufhören, aber es geht nicht."
Athen ist die letzte Station von Gernstls Griechenlandreise. Knapp die Hälfte aller Griechen lebt hier. In der Stadt trifft das Team an einer Straßenkreuzung auf eine Suppenküche. "Wir geben 100 Essen am Tag aus", sagt Initiator Konstantinos Polychronopylos. "Das wäre nicht viel, aber gegenüber gibt die Caritas 2.000 aus - und es reicht immer noch nicht."
Gut 250 Meter über den Dächern, auf Mount Lycabettus, endet die Bestandsaufnahme. Franz X. Gernstl und sein Team treffen Panos Verveniotis. Der Anwalt spricht fließend Deutsch, er hat in Heidelberg studiert. "Auch ihr habt Euch in den letzten 20 Jahren verändert. Ihr seid fröhlicher geworden, lustiger, kosmopolitischer." Dann fügt er mit einem Lachen hinzu: "Und schaut euch mal die ganzen Schulden an, die ihr aufgebaut habt - ihr seid schon fast wie wir!" Franz Xaver Gernstl und sein Team, Kameramann Hans Peter Fischer und Tonmann Stefan Ravasz, muss man nicht mehr vorstellen - sie sind über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt, für ihre feinen und eigenwilligen Reisereportagen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 01.06.2019 um 17:00 Uhr auf BR.