Diesmal beschäftigt sich die Sendung mit dem Problem des Sexismus und dem Wandel, den die öffentliche Diskussion über herabwürdigende Geschlechterstereotype von den 1960er Jahren bis in die 1980er durchmachte. Fernsehbeiträge wie "Die schöne Wienerin" aus dem Jahr 1961 wirken heute wie eine Satire auf schlechte Frauenwitze. Damals aber waren sie Mainstream und spiegelten das gängige Humorniveau in den (vorwiegend männlich besetzten) Redaktionen. Öffentlich diskutiert wurden herabsetzende Darstellungen dieser Art nicht. In den 1970er fand dann selbst im ORF-Betthupferl die Frauenbewegung ihren zarten Niederschlag, und das ORF-Frauenmagazin "Prisma" berichtete 1978 über die Klage deutscher und auch österreichischer Frauen gegen die vielen Barbusigen am Cover der Zeitschrift "Stern" und beteiligte sich damit an einer emotional geführten öffentlichen Diskussion über Sexismus. Auch Schauspielerin Erika Pluhar exponierte sich im Zuge der "Stern"-Klage als Feministin und schildert in einem Interview mit Trautl Brandstaller, wie es dazu kam. In die Schusslinie der Frauenbewegung geriet sehr bald auch der Salzburger Schauspieler Herbert Fux, der mit der Darstellung seiner Aufreißmethoden in "Apropos Film" bereits 1970 nicht mehr ganz auf der Höhe des gängigen Diskursniveaus war. In der deutschen Feministin Alice Schwarzer fand er schließlich 1978 eine Gesprächspartnerin, die mit ihm Klartext redete. Trotz aller Bemühungen - noch 1989 zeigten Otto Retzer und Gunther Philipp bei einer Befragung zum Thema "Aufriss am Wörthersee", dass man zwei Jahrzehnte Frauenbewegung auch problemlos verschlafen konnte. Allerdings machten die befragten Kärntnerinnen sehr klar deutlich, dass dermaßen penetrantes Balzverhalten bei ihnen keine Chance hätte.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 09.06.2019 um 13:05 Uhr auf ORF 2.