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nano: Äthiopiens bedrohte Vielfalt

Moderation: Alexandra Kröber
Donnerstag, 23.05.2019 17:45 Uhr
ARD alpha
Donnerstag
23.05.2019
17:45 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Eine spektakuläre Gebirgslandschaft, die seltenste Wildhundart der Erde und Pflanzen mit Riesenwuchs: Der Bale-Mountains-Nationalpark im Hochland Äthiopiens ist außerordentlich artenreich und vielfältig. Das Gebirge erhebt sich bis auf knapp 4400 Meter und ist der größte verbliebene alpine Lebensraum auf dem afrikanischen Kontinent. Bale ist ein Fenster in die Vergangenheit - so sahen die Hochgebirge Afrikas aus, bevor der Mensch auch diese Gebiete im großen Stil verändert hat.

Aber noch jagen die extrem seltenen Äthiopischen Wölfe auf den weiten Hochplateaus. Nur rund 500 dieser Tiere existieren noch in freier Natur - alle in Äthiopien. Etwas häufiger sind die eleganten Bergnyalas, eine Antilopenart, die in den üppigen Nebelwäldern lebt. Viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten kommen nur noch im äthiopischen Hochland vor. Sie leben wie auf einer Insel inmitten eines Kontinents, der von Krisen und Problemen geplagt ist.

Der Nationalpark ist jedoch auch für die Bevölkerung wichtig, denn dort entspringen mehrere Flüsse. Die Bale-Berge versorgen ungefähr zwölf Millionen Menschen im südlichen äthiopischen Tiefland, in Somalia und Teilen Kenias ganzjährig mit Wasser. Das Gebirge kann seine Funktion als Wasserspeicher aber nur erfüllen, wenn der letzte Wald nicht auch noch abgeholzt wird. Doch immer mehr Menschen drängen in die Berge und zerstören für Vieh und Äcker die letzten Flächen mit natürlicher Vegetation. Und so ist um das Juwel der Bale-Berge ein heftiger Konflikt entbrannt. Wessen Rechte sind wichtiger: die der Landbevölkerung - oder die der wilden Tiere? Dr. Christof Schenck, Direktor der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, und sein Team aus internationalen Wissenschaftlern und Naturschützern versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. So muss es eine strikte Kontrolle von Holzeinschlag geben. Haushunde, die Tollwut und Staupe auf die Äthiopischen Wölfe übertragen und deren Bestand dezimieren, werden in aufwendigen Aktionen geimpft. Immer mehr Menschen siedeln unerlaubt im Schutzgebiet und lassen dort auch ihr Vieh weiden, das die äthiopischen Behörden dann beschlagnahmen. Den Menschen werden jedoch auch alternative Einkommensquellen angeboten, bei denen die Umwelt nicht zerstört wird, wie etwa Honig sammeln.

Das Dilemma der Bale-Berge ist das Dilemma Afrikas. Wenn es nicht gelingt, Ökosysteme mit einer Schlüsselfunktion zu erhalten, werden nicht Tausende, sondern Millionen Menschen darunter leiden. Sollte sich die Lebenssituation im Äthiopischen Tiefland durch Wassermangel weiter verschlechtern, werden sich die Menschen zwangsläufig auf die Wanderschaft begeben müssen. Dorthin, wo ein Leben noch möglich ist und sie ihre Familien ernähren können. Der Weg nach Norden Richtung Europa wäre dann für sie eine der möglichen Routen. Die Welt von morgen

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 23.05.2019 um 17:45 Uhr auf ARD alpha.

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Dokumentation/Reportage, Umweltfragen/Klima, Natur, Äthiopien, Menschen im Alltag