Das Politbüro: In der DDR über Jahrzehnte Inbegriff von Macht und Verschlossenheit einer Gruppe grauer Eminenzen. Bis heute kennt man sie meist nur als winkende alte Herren aus den Propagandabildern der Aktuellen Kamera. Was für menschliche Wesen sich hinter den entrückten Gesichtern von Pieck, Grotewohl, Ulbricht, Honecker, Stoph, Mielke und Co. verbargen, blieb der Öffentlichkeit verborgen. Die zweiteilige Dokumentation "Das Politbüro privat" durchbricht diese Barriere offizieller Bilder und öffnet den Blick hinter die Kulissen der Macht öffnen.
Das alltägliche Leben im Funktionärs-Ghetto Wandlitz: 600 Angestellte hatten die Aufgabe, den DDR-Repräsentanten jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Köche verwöhnten die unterschiedlichsten Gaumen, Kellner servierten zu Hause und auf Reisen, Haushälterinnen wienerten die Wohnungen, Gärtner pflegten Rasen und Rabatten, Objektleiter kümmerten sich um die Behaglichkeit der Ferienresidenzen, Förster hegten das Wild und Bodyguards schützten das Leben der auserwählten Funktionäre.
Im Februar 1960 bezieht das Politbüro die Waldsiedlung Wandlitz. Otto Grotewohl, der Amateurfilmer und Tierfreund im Haus 21, später Walter und Lotte Ulbricht im Haus 7 sind die prägenden Persönlichkeiten der Sechziger Jahre. Walter Ulbrichts persönlicher Koch berichtet über die kulinarischen Vorlieben im Hause des Staatschefs. Der Lokführer des Regierungszuges erinnert sich an die Reisen nach Oberhof. Doch Wandlitz war alles andere als ein Idyll. Der Film rekonstruiert auch die politischen Auseinandersetzungen unter den Funktionären, die Rivalität von Honecker und Ulbricht bis zu dessen Absetzung. Eine neue Riege reißt die Macht in der Partei an sich - und damit auch die in Wandlitz.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 14.05.2019 um 22:05 Uhr auf MDR.