ESC zum Schließen · Enter zum Suchen

alpha-retro: 1970 - Sterns Stunde: Bemerkungen über die Biene

Sonntag, 02.06.2019 02:00 Uhr
ARD alpha
Sonntag
02.06.2019
02:00 Uhr
Teilen:
Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Der erste für Horst Stern typische Satz kommt schon nach wenigen Minuten. Nachdem er kurz erklärt hat, wie es in einem Bienenstaat zugeht und wie viele verschiedene Berufe eine Honigbiene im Laufe ihres vier- bis maximal sechswöchigen Lebens einnimmt und was mit den Drohnen, also den männlichen Bienen in diesem Staat passiert, meint er ganz lakonisch, dass der Zuschauer in dieser Sendung also all das zu sehen bekommt, was er vom Abendprogramm des Fernsehens ansonsten auch gewöhnt ist, nämlich Sex und Tanz und Mord und Totschlag. Diese Ankündigung wird dann mit tollen Nahaufnahmen aus einem Bienenstock auch tatsächlich eingelöst - gefilmt wird mit der Kamera durch eine Glasplatte hindurch, die in den Bienenstock eingezogen wurde.

Was macht also eine Biene im Laufe ihres Lebens alles? Sie ist zuerst Putzfrau und säubert die Waben von den Geburtsresten, dann ist sie Amme für die nächste Generation, danach wird sie im Bienenstock zum Maurer und Konstrukteur. Horst Stern ist voller Bewunderung für die Konstruktionsleistung der Biene, denn in der Industrie hat man lange gebraucht, bis man verstanden hat, dass z. B. ein Flugzeugflügel in Wabenstruktur bei geringem Gewicht extrem stabil ist. Bevor die Biene dann selbst zum Einsammeln von Blütenstaub ausfliegen darf, muss sie noch ihren "Wehrdienst" ableisten, sie wird quasi Soldat am Eingang des Bienenstocks. Alle Insekten, und damit auch Bienen von anderen Stöcken, werden am Eingang von den Bienensoldaten aufgehalten und vertrimmt oder gar getötet. Kommt jedoch eine fremde Biene, die jede Menge Blütenstaub mitbringt, darf sie passieren. Stern sagt dazu: "Das ist die Art der Bienen zu sagen, dass Geld nicht stinkt". Dann darf die Biene endlich losfliegen zum Einsammeln von Blütenstaub. Dass die Bienen dabei untereinander kommunizieren und sich mitteilen, wo gerade welcher Blütenstaub eingesammelt werden kann, ist bekannt. Horst Stern gibt sich aber in seinem Film erfolgreich Mühe, diesen berühmten Schwänzeltanz so zu erklären, dass man ihn als Zuschauer auch wirklich versteht. Und was es mit der Bienenkönigin auf sich hat und welch tragisches Schicksal die männlichen Bienen haben, erläutert er uns selbstverständlich auch. Uns liegt diese Dokumentation in der Fassung einer Wiederholung aus dem Jahr 1979 vor. Zum ersten Mal ausgestrahlt worden war dieser Film von Horst Stern, den er zusammen mit dem Kameramann Kurt Hirschel gedreht hatte, im Jahr 1970. Aus Anlass der Wiederholung 1979 erzählt Horst Stern am Ende der Sendung und nach dem Ende des eigentlichen Films, dass dies sein erfolgreichster Film gewesen sei, viel erfolgreicher z. B. als sein Film über das Schwein, mit dem er eben dieses nicht gehabt hätte. Das Buch, das er erwähnt und von dem er sagt, dass es nun neu aufgelegt worden sei, ist heute allerdings auch schon wieder gut 40 Jahre alt - und daher nur noch antiquarisch erhältlich.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 02.06.2019 um 02:00 Uhr auf ARD alpha.

Livestream
Details
Audio-Format
stereo
Bild-Format
16:9
Farbe
farbe
Audio-Beschr.
nein
Hoerhilfe
nein
HDTV
ja
Logo-Event
nein
VPS
1559433600
Schlagwoerter
Rückblick
Alternative Ausstrahlungstermine
02.06.2019 02:00ARD alpha01.06.2019 20:15ARD alpha