Der Schriftsteller und Dichter Volker Braun ist ein illusionsloser Idealist. Er triezte und schärfte mit Vergnügen unsere Wahrnehmung, so geschehen mit der Aufforderung zum "Training des aufrechten Gangs". Brauns Gedicht aus den Siebzigern wurde 1989 wie eine plötzliche Erlösungsformel aus der kontrollierten Apathie eines ganzen Landes, seines Landes DDR. Die Wende, ein wunderbarer Moment der Volkssouveränität, ehe die Illusionen vom wirklichen Sozialismus als schwer verkäuflich im Wühltisch der Geschichte landete.
Wie zukunftsfähig ist der Mensch? Das bleibt die Frage für Volker Braun. Er kritisierte den Sozialismus, ohne ihn gegen den Kapitalismus umtauschen zu wollen. Für ihn ist die Rechnung der Geschichte offen, ein Ineinander von Fortschritt und Verlust, von Kultur und Verfall, von Schönheit und Zerstörung.
Volker Braun hat seinen Frieden mit der Zeit nicht gemacht. 2011 veröffentlichte Braun die Erzählung "Die hellen Haufen", die Geschichte eines vergeblichen Arbeiteraufstandes nach de
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 02.05.2019 um 23:05 Uhr auf MDR.