

Die Tourismusarchitektur Jugoslawiens ist eine Erfolgsgeschichte. Als in denfrühen 1960er Jahren der Massentourismus an der Adria zu explodieren begann, war man durch Zersiedelungen an anderen Orten des Mittelmeerraumes bereits vor Fehlentwicklungen gewarnt. So bemühte man sich, den Massentourismus mit dem Schutz der Landschaften und der historischen Stadtbilder in Einklang zu bringen.
Die von Tito verteidigte politische Eigenständigkeit Jugoslawiens brachte in der Architekturgeschichte auch eine Loslösung von sowjetischen Modellen mit sich. Schon früh experimentierte man hier mit Modernismus und Brutalismus, später mit der Postmoderne. Es entstand eine fast kompromissfreie innovative Architektur, in der sich auch multiethnische Gemeinschaften mit ihren utopischen, kollektiven Ambitionen spiegelte. Mit dem Insistieren auf einer zeitgemäßen Formensprache sollte dokumentiert werden, dass der sozialistische Anspruch des Regimes mit architektonischer Offenheit und Experimentierfreudigkeit vereinbar ist.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 09.08.2024 um 02:40 Uhr auf MDR.