April 2018. Viktor Orbán und seine rechtspopulistische Fidesz bauen bei der ungarischen Parlamentswahl ihre Mehrheit auf fast 50 Prozent der Stimmen aus. Orbán schürt in seinem Wahlkampf die Angst vor Flüchtlingen und verteidigt seine Vision der "illiberalen Demokratie" - ein System, dass er auch in anderen Ländern Europas am Vormarsch sieht. Das übrige Europa stellt das ungarische Wahlergebnis vor eine Herausforderung, gilt Orbán doch schon lange als Problemkind. Im September 2018 beschließt das EU-Parlament schließlich mit Zweidrittelmehrheit die Einleitung eines Artikel-7-Verfahrens, da die Parlamentarier die Prinzipien des Rechtsstaates in Gefahr sehen. Unter der Führung von Orbán entwickelt sich Ungarn in den vergangenen Jahren zu einem der am meisten abgeriegelten Länder der EU. Die Grenze zu Serbien ist mit einem kilometerlangen Stacheldrahtzaun und Wärmebildkameras ausgestattet. Bewaffnete Grenzwächter patroullieren das Grenzgebiet und sorgen dafür, dass niemand unerlaubt die EU betritt. Und das, obwohl die Balkanroute als weitgehend geschlossen gilt und in Ungarn ohnehin relativ wenige Migranten leben. Der öffentliche Diskurs wird trotzdem von diesem Thema bestimmt - selbst staatlich mitfinanzierte Fernsehwerbungen und Fernsehserien und die kürzlich neu aufgelegten Schulbücher sind davon nicht ausgenommen. Die Opposition ist weitgehend machtlos, viele Richter und Journalisten regierungstreu agieren. "Im Brennpunkt" wirft einen kompromisslosen Blick auf unseren Nachbarn.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 02.05.2019 um 22:00 Uhr auf ORF 3.