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Jean Améry - Die Tortur

Ein Film von Dieter Reifarth
Montag, 28.01.2019 01:30 Uhr TV-Tipp
HR
Montag
28.01.2019
01:30 Uhr
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"Die Tortur ist das fürchterlichste Ereignis, das ein Mensch in sich bewahren kann. Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt." Jean Améry ist 31 Jahre alt und Mitglied der belgischen Widerstandsbewegung, als er am 23. Juli 1943 beim Verteilen antinazistischer Flugblätter in Brüssel verhaftet wird. Nach seiner Folter im berüchtigten Fort Breendonk, einem Auffanglager unter SS-Verwaltung, wird er lebenslang von den Spuren des seelischen "Feuermals", vom Verlust des "Weltvertrauens"" gezeichnet bleiben. Seine Schilderung der Geschehnisse, Verhör und Folterung, sind karg, bar jeder sprachlichen Dramatik. Sein Interesse richtet sich weniger auf die Praktiken der Folterknechte als vielmehr auf jene unauslöschlichen Spuren, die sie bei dem Gemarterten hinterlassen.

"Die Tortur" erscheint im Frühjahr 1966 mit vier weiteren Essays in "Jenseits von Schuld und Sühne - Bewältigungsversuche eines Überwältigten". Zuvor liest Jean Améry seinen Text für das SDR-Radio. Seine Stimme klingt sanft, facettenreich, holprig und unverstellt. Diese beschwörende Narration bildet das akustische Fundament für die atmosphärischen Aufnahmen der Orte und Ereignisse. Ein verstörender Filmessay zwischen Gegenwart und musealem Erinnern, fern jeder Fiktionalisierung.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 28.01.2019 um 01:30 Uhr auf HR.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Porträt/Biografie, NS-Zeit und Folgen, Literatur
Alternative Ausstrahlungstermine
28.01.2019 01:30HR