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Das Wunder vom Göltzschtal

Der Osten - Entdecke wo du lebst
Samstag, 26.01.2019 11:45 Uhr
MDR Thüringen
Samstag
26.01.2019
11:45 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Es ist immer wieder ein ganz besonderer Moment, wenn Andreas Ketzel am Abend Licht ins dunkle Göltzschtal bringt. In der Winterzeit lässt er das Wahrzeichen des Vogtlands im hellen Lichterschein erstrahlen. Die Göltzschtalbrücke zieht bis heute die Menschen in ihren Bann.

1851 eingeweiht, ist sie nach wie vor die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. 26 Millionen Ziegelsteine wurden damals hier vor Ort gebrannt und verbaut. Viele fragen sich bis heute: Wie konnte dieses Wunder gelingen?

Andreas Ketzel gibt gern Auskunft, denn so nah wie er lebt niemand an der Göltzschtalbrücke. "Das Wunder von Göltzschtal" hat sein eigenes Leben und das seiner Familie seit Generationen geprägt. Direkt am Fuße der gigantischen Brücke in "Ketzels Mühle" können sich Besucher heute ein wenig stärken. Schon der Ururgroßvater von Andreas Ketzel serviert hier Getränke und kleine Snacks - damals im Jahr 1846, als für die Eisenbahnlinie zwischen Leipzig und Fürth die größte Lücke geschlossen werden soll.

Das Göltzschtal soll von einer 578 Meter langen und 78 Meter hohen Brücke überspannt werden - eine riesige Baustelle entsteht. Damals eine Sensation! Was hier geschieht, nennen viele das achte Weltwunder. Nicht nur mehr als 1000 Bauleute arbeiten hier täglich - auch Schaulustige lassen sich dieses Spektakel nicht entgehen.

150.000 Ziegelsteine werden pro Tag verbaut. Auf Eisenbahnwaggons und Pferdewagen wird unaufhörlich Nachschub angekarrt. Unterhalb der Brücke stehen riesige Mischstationen, in denen Arbeiter - nur mit Schaufeln ausgerüstet - gigantische Massen von Mörtel anrühren. Die Rezeptur dieses Mörtels stammt von einem Apotheker aus Leipzig.

Das, was damals entstanden ist, hält auch heutigen Anforderungen stand. Nach nun bald 170 Jahren ist die Brücke nach wie vor ein Vorzeigeprojekt. An der TU Dresden ist das in Vorlesungen und Seminaren immer wieder Thema für künftige Bauingenieure. Im Jahre 2009 wird die Brücke von der Bundesingenieurkammer in die Liste der Ingenieurbaukunst aufgenommen. Es ein ganz besonderer Ort im Osten, für Besucher genauso, wie für die Menschen die hier leben und arbeiten. Ein Film von Stephan Heise

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 26.01.2019 um 11:45 Uhr auf MDR Thüringen.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Land/Leute, Architektur, Technik, Geschichte