

Das Glasfensterwerk von St. Stephan wurde von einem französischen Atelier später um 19 weitere Fenster im Langhaus und im Westchor ergänzt.
Dass der jüdische Künstler, der auf Grund des Holocaust Deutschland nie wieder betreten wollte, für eine römisch-katholische Kirche in Mainz ein großes Kunstwerk schuf, ist Pfarrer Klaus Mayer zu verdanken. Monsignore Mayer, selbst aus einer jüdischen Familie stammend, konnte den hochbetagten und in Frankreich lebenden Künstler für die neue Fenstergestaltung des im zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Kirchenbaus gewinnen.
Auch 40 Jahre nach dem Einbau des ersten Fensters begeistert der 95-jährige Monsignore Mayer die Kirchenbesucher immer noch mit seinen fast zweistündigen Vorträgen, in denen er die Fenster kunsthistorisch und religiös erläutert. Aber nicht nur wegen einer außergewöhnlichen Orgel, seiner Fenster und anderer kunsthistorischer Besonderheiten wie einem mittelalterlichen Kreuzgang ist die alte Kirche St. Stephan interessant.
Die Pfarrgemeinde unter Leitung des engagierten Pfarrers Stefan Schäfer sorgt für ein reges kulturelles und spirituelles Leben auf dem Stephansberg oberhalb der Mainzer Altstadt. Ob Orgelkonzerte mit renommierten Musikern, ökumenische Chorandachten am Abend, Kunstausstellungen, Turm-, Kreuzgangs- oder Fensterführungen oder einem beeindruckenden Mittagstisch für Obdachlose - in der Pfarrgemeinde ist immer was los.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 20.01.2019 um 18:45 Uhr auf SWR.