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Hessische Forscher und die Eisbären

Expedition in Grönland
Dienstag, 01.01.2019 07:00 Uhr
HR
Dienstag
01.01.2019
07:00 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Es zieht sie immer wieder in die fantastischen Weiten Grönlands, in diese eisige, aber auch grüne wasserreiche Gegend. Die hessischen Forscher wollen in ihr Expeditionsgebiet auf die Insel Traill.

Doch erst einmal müssen sie durch die Grenzkontrolle - und den Soldaten gute Gründe liefern, warum sie so viel Gepäck und dann auch noch Gewehre dabei haben, obwohl sie wissenschaftlich arbeiten wollen. Aber seit einigen Jahren brauchen sie die Schusswaffen zum Schutz, müssen Warnschüsse abgeben und sich verteidigen können, sollten sie während ihrer Streifzüge in Grönland auf Eisbären oder Moschusochsen stoßen. Die Tiere können gefährlich nahe kommen. Und tatsächlich, als sie zu ihrer Hütte kommen, zeugen Eisbärhaare von ungebetenem Besuch. Sie werden aufpassen müssen.

Der Vogelkundler von der Uni Kassel Kersten Hänel und der Wildbiologe Johannes Lang aus dem hessischen Lich gehören zum Team der Grönland-Expedition - sie sind unterwegs auf den Spuren des Klimawandels. Seit über dreißig Jahren läuft das Projekt schon, so dass sie unzählige Vergleichszahlen haben und an den vielen kleinen sich verändernden Details erste Auswirkungen der Erderwärmung ablesen können.

Rein wissenschaftlich sind es eher die kleinen Tiere, die die Veränderungen sichtbar machen. Lemminge etwa lebten während der langen Winter sicher vor Feinden wie Schneeeule, Fuchs und Raubmöwe unter der Schneedecke und vermehrten sich munter. Einzig das Hermelin wurde ihnen gefährlich. Doch der Schnee schmilzt nun Wochen früher, die anderen Räuber kommen früher zum Zug, alles gerät durcheinander. So wollen die Forscher Schneeeulen mit Netzkanonen fangen und markieren, Polarfüchse mit Sendern ausstatten und Raubmöwen zu fassen bekommen, um ihre Sender auszulesen. Sie erhoffen sich, mehr über das Leben der Tiere zu erfahren.

Dieses Jahr macht ihnen Sorgen, dass die Bucht innerhalb weniger Tage fast eisfrei ist. Das erhöht für die Forscher die Gefahr, dass Eisbären an ihre Hütte kommen, auf der Suche nach Nahrung. Die klimatische Entwicklung, die Lemmingen und Eisbären zu schaffen macht, verändert den kompletten Lebensraum der ansonsten unberührten arktischen Landschaft. Die Forschergruppe sammelt akribisch die Belege dafür.

Werden sie Erfolg haben, so dass sich die ganze Plackerei lohnt? Wird es ihnen gelingen, ihr Programm durchzuziehen? Spielt das Wetter mit? Haben sie Glück und treffen auch auf früher markierte Tiere? Viele Hundert Kilometer sind sie auf der Insel unterwegs, um Beobachtungen zu machen, Wachteleier als Köder auszulegen, die Lebensformen und die Anzahl der Tiere zu erfassen.

Die Expeditionsgruppe ist eingebunden in ein riesiges Forschungsprojekt. Von Kanada über Spitzbergen und Grönland bis nach Sibirien sind Kollegen in Sachen Klimawandel unterwegs - so auch die norwegischen Forscherinnen, die weltweit den Einfluss des Klimawandels auf die arktische Flora untersuchen. Sie kommen zu Besuch, um im Schutz der Gruppe auf Expeditionstouren zu gehen. Filmautor Eckhard Braun begibt sich mit auf die Expedition - auf die Suche nach Tieren in einer faszinierenden Landschaft. Eine Reportage von Eckhard Braun

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 01.01.2019 um 07:00 Uhr auf HR.

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Dokumentation/Reportage, Grönland, Tiere