

Constantin Schreiber hat einen Aussteiger aus der Salafistenszene, einen syrisch orthodoxen Christen und einen Islamwissenschaftler getroffen - drei Menschen mit sehr unterschiedlichen Geschichten. Eines vermissen sie alle in der Debatte über das Verhältnis zwischen Islam und Gewalt: einen kritischen, vorurteilsfreien und ehrlichen Dialog.
Dominik Musa Schmitz konvertierte mit 17 Jahren zum Islam, wurde Teil der deutschen Salafistenszene. Sechs Jahre lang gehörte er zum inneren Kern, dann egann er zu zweifeln, stieg aus. Es war die Zeit, als die Terrormiliz IS immer mehr an Einfluss unter den Ultrareligiösen gewann. Dominik hat am eigenen Leib erlebt, wie die Szene Gewalt religiös rechtfertigt. Heute wirbt er für einen friedlichen Islam.
Amill Gorgis hat die Auswirkungen von Gewalt im Namen des Islam kennengelernt. Er ist Ökumene Beauftragter der syrisch orthodoxen Kirche in Berlin. Bundesweit gibt es etwa 130.000 syrische orthodoxe Christen in Deutschland. Etwa zehn Prozent kamen in den vergangenen Jahren als Flüchtlinge zu uns. Vertrieben durch den IS, durch Al Kaida, weil sie einen anderen Glauben haben. Amill Gorgis kennt ihre Geschichten, versucht zu helfen und setzt sich für einen Dialog zwischen den Religionen ein.
Welche Passagen im Koran beschäftigen sich mit dem Thema Gewalt und in welchem Kontext muss man sie verstehen? Und unterscheidet sich der Koran in dieser Hinsicht von anderen religiösen Schriften? Diese Frage stellt Constantin Schreiber dem Islamwissenschaftler Reinhard Schulze.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 23.12.2018 um 13:15 Uhr auf tagesschau24.