"Halleluja!" will er rufen, doch seine Stimme versagt - vor Freude und weil das Wasser des Hamburger Stadtparksees so kalt ist. Der junge Afghane Ramin, geboren als Moslem, wurde getauft. 80 weitere ganz in weiß gekleidete Täuflinge warten am Ufer darauf, dass sie in den See eintauchen und mit ihrem alten Leben abschließen können. Die Dokumentation begleitet junge Muslime, die zum christlichen Glauben übertreten und fragt nach ihren Gründen.
Pastor Albert Babajan von der persischsprachigen Pfingstgemeinde, der auch Ramin getauft hat, will in diesem Jahr noch mehrere hundert Flüchtlinge taufen. Solche Taufen gibt es nicht nur in Freikirchen. Auch landeskirchliche Gemeinden melden, dass immer mehr Flüchtlinge um die Taufe bitten. Eine Entscheidung mit ernsthaften Konsequenzen.
Der Film begleitet den Iraner Parsa, der mitten im Asylverfahren steht. Er hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verklagt, weil sein Asylantrag bereits zweimal abgelehnt wurde. Nun ist er Christ und möchte mit diesem Argument eine Prüfung der Entscheidung durchsetzen. Meint er es ernst mit dem christlichen Glauben oder steckt dahinter eine Taktik? Und wie lässt sich das feststellen? Wer prüft das Gewissen? BAMF und Kirchen sind sich da nicht immer einig. Flüchtlinge gehen mit der Taufe ein erhebliches Risiko ein. Manche werden in den Unterkünften bedroht und angefeindet. Trotz aller Risiken: Abbas fühlt sich als Christ endlich frei, Homar betet nun mit Freude statt mit Angst. Und eins steht bereits fest: Die Neu-Christen werden die Gemeinden verändern. Film von Claudia Drexel
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 25.11.2018 um 07:00 Uhr auf SWR.