

In Köln fehlen tausende Wohnungen, die Mieten steigen, vor allem Ärmere fühlen sich alleingelassen. Einer, der am liebsten sofort viele Grundstücke bebauen würde, ist Christoph Gröner. In Köln will der Bauunternehmer ein neues Stadtviertel errichten. Doch noch fehlt die Baugenehmigung, es geht ihm viel zu langsam. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagt: "Eine Stadt ist aufgerufen, Grundstücke zur Verfügung zu stellen, Baugenehmigungen zu erteilen." Doch geht das nicht schneller? Bauunternehmer Gröner verlangt, dass die Politik ihn nicht länger bremst.
Bereits die ersten beiden Teile von "UNGLEICHLAND" begleiteten den Millionär. Wie viel Macht haben Menschen mit viel Geld? Wer entscheidet, wie Deutschland aussehen soll? Diesen Fragen geht der Film "UNGLEICHLAND - Macht" nach. Eine aktuelle Studie der Universität Princeton aus den USA zeigt: Ein kleiner, vermögender Teil der Gesellschaft gibt in der Politik die Richtung vor. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland, fanden Wissenschaftler heraus. Deutsche Forscher werteten hunderte Meinungsumfragen aus zu den Themen Wirtschaft, Umwelt, Außenpolitik, Finanzen. Sie untersuchten dann, was sich Arme zu diesen Themen von der Politik wünschten - und was die Reichen. Die Unterschiede waren deutlich zu erkennen.
"Ein offensichtliches Beispiel ist die Vermögenssteuer. Da ist ganz klar: Je höher das Einkommen ist, desto skeptischer sieht man die Wiedereinführung der Vermögenssteuer. Untere Einkommensgruppen wollen die Vermögenssteuer auf jeden Fall", sagt Armin Schäfer, Politikwissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. "Bis heute haben wir die Vermögenssteuer in der Form nicht wiederbekommen."
Wer entscheidet darüber, wie Deutschland aussieht? Auf der Suche nach Antworten begleitet der Film auch den Berliner Baustadtrat Florian Schmidt, über dessen Schreibtisch mehrere Prestigeprojekte von Bauunternehmer Christoph Gröner gehen. Die Kamera ist an Orten, wo Politik und Wirtschaft aufeinandertreffen - im Bezirksamt und der VIP-Loge eines Bundesliga-Stadions. In Cannes zeigt sich auf Europas größter Immobilienmesse, wie milliardenschwere Investoren ihre finanzielle Macht nutzen, um Städte und Regionen nach ihren Vorstellungen zu gestalten.
Der Film lässt auch jene zu Wort kommen, die sich von der Demokratie quasi verabschiedet haben. So schildern zwei Bewohner der Plattenbauten von Leipzig-Grünau, wie enttäuscht sie von der Politik sind - und was sich ändern müsste, damit sie neues Vertrauen gewinnen. In "UNGLEICHLAND" schätzen außerdem weltweit führende Forscher und Datenanalysten den Zustand der Demokratie ein, den Einfluss von Macht und das schwindende Vertrauen vieler Bürger. Zu den Experten gehören der Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, die Soziologin Brooke Harrington und Yascha Mounk. Der Harvard-Dozent hat globale Studien ausgewertet und befürchtet einen Zerfall der Demokratie - weil immer weniger Menschen daran glauben.
Der Film ist der dritte Teil der dokumentarischen Serie UNGLEICHLAND. Zuvor behandelte die Reihe die Themen "Reichtum" und "Chancen".
Die Filme von UNGLEICHLAND werden im Netz unterstützt durch den Auftritt von "Docupy/ Ungleichland".
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instagram.de/docupy Ein Film von Julia Friedrichs, Fabienne Hurst, Michael Schmitt und Andreas Spinrath
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ARD-Themenwoche 2018 "Gerechtigkeit"
Gerechtigkeit und Chancengleichheit in unserer Gesellschaft - darum geht es in der ARD-Themenwoche vom 11. bis 17. November 2018. "Gerechtigkeit ist ein Thema, das alle angeht", so NDR-Intendant Lutz Marmor, dessen Sender in diesem Jahr federführend für die Themenwoche ist. Volker Herres, Programmdirektor des Ersten, erklärt: "Eine Gesellschaft hält nur zusammen, wenn jeder sich in seiner Würde gerecht behandelt fühlt."
Alle Fernseh- und Radioprogramme sowie die Online-Angebote der ARD beschäftigen sich vielfältig mit dem Thema und laden zur Diskussion ein. Die Genres reichen von dokumentarisch bis fiktional, von informativ und investigativ bis unterhaltsam und spielerisch. Die ARD-Themenwoche gibt es seit 2006 - ihr Ziel ist es, gesellschaftlich relevante Fragen breit und vielfältig aufzunehmen, viele Menschen damit zu erreichen und nachhaltig eine öffentliche, sachliche Diskussion anzustoßen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 15.11.2018 um 00:50 Uhr auf WDR.