Vier Jahr lang, von 1914 bis 1918, zog sich die Frontlinie zwischen den deutschen und französischen Stellungen von der Küste des Ärmelkanals bis hin zur Schweizer Grenze. Als die Waffen endlich wieder ruhten, waren 120.00 Hektar Land völlig verwüstet und jegliches Leben darauf ausgelöscht. Im Dezember 1918 verglich eine englische Tageszeitung das nordfranzösische Lille mit Bagdad, weil man in beide Städte auf demselben Weg komme: durch eine Wüste. Trotz aller Verbote - die umgewühlte Erde steckte voller Minen und Blindgänger - kehrte die vertriebene Bevölkerung sehr schnell dorthin zurück, wo einmal ihr Zuhause war. Und die "Rote Zone", die sich über 10 französische Departements erstreckte, wurde zu einer gigantischen Baustelle.
Regisseur Olivier Sarrazin zeigt im dritten und letzten Teil der Reihe "Der ferne nahe Krieg", wie die Menschen der Region im Nichts neu beginnen mussten, wie ganze Städte architektonisch neu erfunden wurden und wie selbst in der Gestaltung der unzähligen Soldatenfriedhöfe, die nach dem Krieg anstelle der provisorischen Begräbnisstätten angelegt wurden, Deutschland und Frankreich ihre jeweiligen politischen Ziele zum Andruck brachten.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 31.10.2018 um 23:00 Uhr auf SR.