

Kommerzielle und künstlerische Erfolge wie Michael Manns "Collateral", wie "I, Robot" von Alex Proyas und wie die "Matrix"-Trilogie der Wachowski-Brüder wären nicht vorstellbar ohne den Einfluss des Film noir im Hollywoodkino der 40er- und 50er-Jahre. Den Begriff Film noir haben französische Kritiker und Jung-Regisseure wie Claude Chabrol geprägt. Sie meinten damit die "genrelosen" Filme, die vor allem von europäischen Regisseuren gedreht wurden, die durch die Schule des filmischen Expressionismus gegangen waren und dann den Hollywoodfilmen einen neuen Touch gaben. Seine amerikanischen (Anti-)Helden wurden durch dieses Genre zu Stars. Und heute feiert es in den Neo-Noir-Filmen eines Michael Mann oder Curtis Hanson seine Wiederauferstehung.
Der Münchner Filmemacher Eckhart Schmidt befragte für sein Porträt dieser effektvollen Mischung aus Thrill, Melodrama und Suspense einige der wichtigsten Persönlichkeiten, die vor und hinter der Kamera Film-noir-Geschichte geschrieben haben. Zu Wort kommen u. a. die Femme fatale Jane Russell und die Regisseure Richard Fleischer und Robert Wise als Vertreter des klassischen Film noir, die Regisseure Michael Mann und Curtis Hanson und die Schauspielerin Jennifer Tilly als Repräsentanten des Neo-Noir-Films und der Autor Alain Silver als ausgewiesene Kenner dieser vielschichtigen Filmrichtung.
Anlässlich des 80. Geburtstags von Eckhart Schmidt zeigt das BR Fernsehen "Männer im Trenchcoat, Frauen im Pelz", einen der späteren Dokumentarfilme des Münchner Filmemachers und Regisseurs. Dieser arbeitete zunächst als Filmkritiker für die SZ und den BR. Anfang der 60er-Jahre war er Teil der "Neuen Münchner Gruppe", die sich um eine filmpolitische Trendwende bemühte und so den Beginn der neuen deutschen Filmkultur einläutete.
Seinen ersten eigenen Spielfilm "Jet Generation" drehte Eckhart Schmidt 1967. Nachdem er ab 1987 das Punk-Magazin S!A!U! herausgab, drehte er 1982 mit Désirée Nosbusch den Spielfilm "Der Fan". Danach folgten unzählige Spielfilme und Buchveröffentlichungen. Großen Einfluss auf die Spielfilme von Eckhart Schmidt hatten die Neue Deutsche Welle, die deutsche Romantik und die Melodramen von Douglas Sirk. Mit Richard Wagners "Ring des Nibelungen" realisierte Eckhart Schmidt die erste große HDTV-Produktion der Welt.
Danach entstanden mehr als zwanzig Dokumentarfilme rund um die Oper, ihre Stars, ihre Dirigenten und Komponisten. Zudem produzierte Eckhart Schmidt um die fünfzig Film-Dokumentationen - über Hollywood, seine Geschichte, seine Filmgrößen, seine Regisseure und vieles mehr. Darunter auch "Männer im Trenchcoat, Frauen im Pelz", bei dem er die Zuschauer in die Geheimnisse des Film noir einweiht. Eckhard Schmid
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 27.10.2018 um 01:50 Uhr auf BR.