

Ein Jahr nach ihrem ersten Filmpanorama über die Reaktionen von Hollywood-Stars und anderen prominenten Künstlern in den USA auf die Präsidentschaft von Donald Trump, ist ZDF-Autorin Susanne Becker für phoenix nach New York zurückgekehrt, um erneut den gesellschaftspolitischen Puls der Kulturszene zu fühlen. Hat man sich dort an das neue Amerika gewöhnt? Oder wächst der Widerstand von Stars, Künstlern und Intellektuellen des Landes gegen Trump kurz vor den Midterm Elections?
Der Dokumentarfilm zeigt ein dichtes, lebendiges Panorama darüber, wie sich das kulturelle Amerika zu US-Präsident Trump positioniert, und wählt dafür die besondere Form einer filmischen Langzeitbeobachtung. Mehrere Monate waren Susanne Becker und Daniel Pontzen schon 2017 quer durch die USA gereist, um die Stimmungen von Filmstars, Musikern, Schriftstellern und Publizisten einzufangen, die den Widerstand gegen Trump leben, aber auch von solchen, die den neuen Präsidenten begeistert unterstützen. Und 2018 dann die Rückkehr nach New York, wo man vor den Kongresswahlen mit dem konservativen Supreme Court, Trumps Presse-Kampf und seiner rigiden Einwanderungspolitik beschäftigt ist. Ein großes Stimmungsbild eines unruhigen Landes.
Die filmische Zeitreise beginnt in New York im Frühling 2017 als Donald Trump 100 Tage im Amt ist, besucht neben den Küstenmetropolen auch den "Rust Belt" und die "Flyover-States" und führt im Herbst 2017, ein Jahr nach der Wahl, in die rebellische Szene Hollywoods. Die Filmemacher begegnen dabei literarischen Eminenzen wie Paul Auster, Jonathan Franzen und T.C.Boyle, Hollywood-Stars wie John Legend, Jane Fonda und Robert Redford, Musikern wie Jack Johnson, K.Flay und Placido Domingo.
Jetzt im Herbst 2018, ein Jahr nach ihrer letzten USA-Reportagereise, trifft Reporterin Susanne Becker in New York auf angespannte Stimmung. Starschriftsteller Paul Auster äußert sich über die gesellschaftspolitische Entwicklung unter Trump noch schockierter als beim ersten Treffen: "Es ist ein Alptraum", so Auster, "Stück für Stück zerstören Trump und die Republikaner Amerika". Becker besucht ein Clubkonzert der jungen, engagierten Rapperin Sammus, die kritisiert "Es ist so schlimm zu sehen, dass Richter wie Brett Kavanaugh das Land im Supreme Court beherrschen, Männer, die noch nicht einmal die grundlegenden Werte des Anstands kennen", so die Rapperin, "ich hoffe, dass bei den Midterms eine blaue Welle der Demokraten das Land überzieht."
Eine weitere starke Stimme im Film ist der preisgekrönte Journalist und Schriftsteller Andrew Solomon aus Manhattan: "Ich bin entsetzt über die grausame Trennung von Einwandererkindern von ihren Eltern an der Grenze", so Solomon. "Das ist eine gefährliche, menschenverachtende Entwicklung, die mich an Stalins Russland erinnert, aber auch an die frühen 30er Jahre in Deutschland."
Weitere aktuelle Reaktionen kurz vor den Midterm-Wahlen geben die New-York Times-Redakteurin Katie Kingsbury, Schriftstellerin Siri Hustvedt und Künstler Shimon Attie. Atties aufsehenerregende Installation "Nightwatch" - Migranten-Portraits auf einem gewaltigen LED-Screen auf einem Schiff unweit der Freiheitsstatue - ist sein Mahnmal gegen den Zeitgeist: "Widerstand ist tatsächlich die einzige Möglichkeit, zu überleben", so Attie, "Was hier geschieht ist ein Anschlag auf die Grundwerte der Menschlichkeit. Und die lassen wir uns von ‚the Donald' nicht zerstören."
Mit dem phoenix-Dokumentarfilm zeichnen die Filmemacher Becker und Pontzen ein stimmungsvolles Bild der Träume und der Abgründe im heutigen Amerika unter US-Präsident Trump.
Film von Susanne Becker und Daniel Pontzen
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 07.11.2018 um 18:30 Uhr auf PHOENIX.