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Medikamentenmangel und Apothekenkrise
Sonntag, 28.10.2018 16:30 Uhr
tagesschau24
Sonntag
28.10.2018
16:30 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

* Engpässe in der Medikamentenversorgung
Wenn ein Mensch krank wird, bekommt er das richtige Medikament - oder?
Was aber, wenn das nicht verfügbar ist? Denn immer häufiger kommt es in Krankenhausapotheken zu Lieferengpässen, manche Arzneimittel sind Wochen oder Monate lang nicht lieferbar. Deshalb müssen nicht Behandlungen verschoben werden. Jürgen Reh ist für den Einkauf der Apotheke des Universitätsklinikums München in zuständig und erlebte schon im Februar dieses Jahres über 200 Mal Lieferengpässe. Im Dezember 2017 wurde es besonders kritisch: Ein wichtiges Narkosemedikament war nahezu aufgebraucht. Was sind die Gründe für solche Engpässe?

* Sind Krebsmedikamente nach dem Bottroper Skandal jetzt sicher?
Ein Skandal hat das Vertrauen in die Medikamentenversorgung nachhaltig erschüttert: der Bottroper Apothekerskandal, der Ende 2016 aufflog. Ein Apotheker hatte tausende Krebspatienten in Gefahr gebracht, indem er die Krebsmedikamente, die für jeden Patienten individuell zubereitet werden müssen, aus Profitgier unterdosierte. "W wie Wissen" besucht eine Betroffene und geht der Frage nach, was inzwischen passiert ist: Können Krebspatienten sich heute sicher fühlen?

* Geschichte der Apotheken
Mitte des 13. Jahrhunderts erlässt Kaiser Friedrich der Zweite eine Gesetzessammlung: Ärzten wird es verboten, Arzneien herzustellen und zu verkaufen. Das wird Vorrecht der Heilmittelkundigen, denen aber die Diagnose und Behandlung entzogen wird. Die Trennung von Arzt und Apotheke ist vollzogen und verbreitet sich schnell. Die heutige Löwen-Apotheke in Trier wird 1241 erstmals urkundlich erwähnt und gilt als die älteste Apotheke Deutschlands. Wie sah die Arbeit des Apothekers früher aus - und wie hat sie sich in den letzten Jahren verändert?

* Gefälschte Medikamente in Entwicklungsländern
Die WHO schätzt, dass in Entwicklungsländern etwa jedes zehnte Medikament minderwertig oder gefälscht ist. Besonders häufig sind lebenswichtige Arzneien wie Antibiotika und Malariamittel betroffen. Mit dramatischen Folgen: Aktuelle Untersuchungen im Auftrag der WHO zeigen, dass jedes Jahr Hundertausende Menschen deshalb sterben müssen.
Doch noch immer gibt es für viele Länder keine konkreten und flächendeckenden Statistiken, welche Regionen besonders betroffen sind. Ein deutsch-afrikanisches Forschungsprojekt soll hier einen wichtigen Beitrag leisten: Forscher des pharmazeutischen Instituts der Uni Tübingen haben mit Kollegen und Kolleginnen aus Kamerun, der Demokratische Republik Kongo und Togo ein großflächiges Forschungsprojekt gestartet. Sie sammeln in verschiedenen Regionen der Länder Medikamente in großem Umfang und testen sie, erst im Schnelltest vor Ort, später im Labor in Tübingen. Die Proben kaufen sie in Apotheken und Krankenhäusern, aber auch - verdeckt - auf Straßenmärkten. Sie wollen ein sich ein Bild der aktuellen Situation in den Ländern machen. Erst dann können Maßnahmen entwickelt werden, um das Problem in den Griff zu bekommen. Dennis Wilms nimmt die Zuschauer wöchentlich mit auf Entdeckungsreise: In die Tiefen der Ozeane, in die geheimnisvolle Welt des Körpers, in die entlegenen Winkel des Weltraums.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 28.10.2018 um 16:30 Uhr auf tagesschau24.