1968 - da war Frankfurt neben Berlin die zweite Hauptstadt der Studentenbewegung. Und nicht nur dort: Auch in Nordhessen brachen Schüler und Studenten an der frisch eröffneten Kunsthochschule Kassel mit der Generation ihrer Eltern: Zwillinge begannen in Kassel ein Filmstudium und wurden zu Ikonen der 68er und der sexuellen Befreiung. In Frankfurt teilten sich die Wege: Andreas Baader und Gudrun Ensslin, die späteren RAF-Terroristen, saßen wegen ihres ersten Sprengstoffattentats auf ein Kaufhaus vor Gericht. Aber die allermeisten Revoluzzer Hessens sprengten die Fesseln der verkorksten Nachkriegsgesellschaft einfach mit Kreativität. Statt in der bürgerlichen Kleinfamilie zogen sie ihre Kinder in Wohngemeinschaften gemeinsam auf. Statt Ohrfeigen gab es antiautoritäre Erziehungskonzepte. Und an die Stelle folgsamer Ehefrauen traten die selbstbestimmten Emanzen der Frauenbewegung. Selbst im Arbeitsleben hinterließen die hessischen 68er Spuren der Veränderung, die bis heute reichen: Sie gründeten Kollektive ohne Hierarchien, gaben eigene Zeitschriften heraus und gründeten nicht zuletzt eine eigene Partei, die Grünen.
In dem Film von Birgit Sommer erzählen Zeitzeugen von ihrer bewegten Jugend, geben Einblicke in ihre Fotoalben und privaten Sammlungen und zeigen so, wie sehr die rebellischen Jahre bis heute wirken. Die 68er
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 18.10.2018 um 11:25 Uhr auf HR.