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Böse Bauten I

Hitlers Architektur - Spurensuche in Berlin
Montag, 29.10.2018 07:00 Uhr
PHOENIX
Montag
29.10.2018
07:00 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Trotz Kriegsschäden und späterer Versuche, sämtliche bauliche Hinterlassenschaften des Nazi-Regimes auszulöschen: Einige dieser unbequemen Monumente haben bis heute überlebt. Manche Zeugnisse von Hitlers architektonischem Größenwahn sind im Stadtbild noch gut zu erkennen, andere aber sind versteckt und überwuchert oder gar nur durch Forschungen im Untergrund oder Erkundungen aus der Luft aufzuspüren.

Besonders viele Relikte von Nazi-Architekturen finden sich in Berlin. Einige sind weithin sichtbar, wie etwa das Olympiastadion, andere nahezu unbekannt und sehr versteckt. Mit archäologischen Grabungen und der exklusiven Öffnung von Bunker-Labyrinthen bringt die Dokumentation "Böse Bauten" das bauliche Schattenreich der Nazi-Zeit ans Tageslicht.

Hitlers Lieblingsarchitekt Albert Speer plante bis zum Kriegsende 1945 die neue Hauptstadt "Germania". Von den maßlosen Protzbauten und den kilometerlangen Aufmarschstraßen wurde so gut wie nichts verwirklicht, dennoch zeigt die Dokumentation unter anderem an einem weitgehend unbekannten Tunnel in der Nähe des jetzigen Regierungsviertels, dass der Baubeginn von "Germania" auch unterirdisch schon längst stattgefunden hatte.

Zusammen mit dem Berliner Landesarchäologen Professor Matthias Wemhoff und Mitgliedern der "Berliner Unterwelten" streift das ZDF durch das Berlin einer dunklen Zeit. Unterhalb des ehemaligen Flughafens Tempelhof sehen wir ein labyrinthartiges Tunnelsystem, in dem Zwangsarbeiter für den "Endsieg" schuften mussten. In diesem Sommer erforschen die Archäologen dort die Reste eines der brutalsten Zwangsarbeiterlager Berlins.

Vergessene Details der Nazizeit finden sich überall in der Hauptstadt, am Olympiastadion ein Hakenkreuz, ebenso wie in einem Verwaltungsgebäude des Deutschen Bundestages. Verschwunden ist die neue Reichskanzlei, die Speer einst für den Führer baute. An ihrer Stelle befinden sich jetzt Ländervertretungen, Parkplätze und ganz in der Nähe die Großbaustelle einer Shopping Mall nahe dem Leipziger Platz.

Der Ost-Berliner Fotograf Robert Conrad war einer der letzten Augenzeugen, der die Reste des Bunkers, in dem sich Hitler das Leben nahm, in den späten 1980er Jahren zu Gesicht bekommen hat. In der Dokumentation zeigt er seine gespenstischen Fotos einer unheimlichen Unterwelt, die es heute nicht mehr gibt. Was ist eigentlich von den anderen Bunkern unter der ehemaligen Reichskanzlei noch erhalten? Schließlich stellt der Film die Frage, an welchen Stellen der Stadt der rote Marmor der Reichskanzlei nach deren Zerstörung angeblich verbaut wurde. Etwa in der U-Bahnstation Mohrenstraße? Jüngst entdeckte Akten und wissenschaftliche Untersuchungen der Gesteinsproben werden zeigen, was Mythos und was Wahrheit ist.

Die "bösen Bauten", die Stadtplaner gerne auch als "unbequeme Denkmale" bezeichnen, sind ein Teil unserer Geschichte, die nicht zu verdrängen ist und die an einigen Stellen auch nicht so einfach physisch abgeräumt werden kann. Die sperrigen, die verstörenden Baudenkmale: Sollen sie erhalten oder am Ende gar neu genutzt werden? Film von Andreas Sawall

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 29.10.2018 um 07:00 Uhr auf PHOENIX.

Details
Audio-Format
stereo
Bild-Format
16:9
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1540792800
Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, NS-Zeit und Folgen, Architektur