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Tödliche Krankenhauskeime - neue Gefahren, neue Hoffnungen

"#beckmann"
Montag, 08.10.2018 20:15 Uhr
ARD alpha
Montag
08.10.2018
20:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Jedes Jahr infizieren sich in Deutschland eine Million Menschen mit Krankenhauskeimen, 40.000 von ihnen sterben daran, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Eine große Anzahl dieser Keime ist multiresistent. Kaum ein Antibiotikum kann etwas gegen sie ausrichten. Für viele Überlebende endet ihr Leidensweg nie, sie werden chronisch krank, sind berufsunfähig oder leiden an dauerhaften Schmerzen. Und die Bedrohung wächst: Bald könnte es mehr Tote durch Keime als durch Krebs geben.

Nicht nur Patienten sind Träger von Krankenhauskeimen - Gefahr droht oft auch von denen, die helfen sollen. Exklusiv berichtet ein ehemaliger Pfleger bei #BECKMANN, dass er trotz seiner Infektion mit Krankenhauskeimen weiterhin Patienten behandelte. Sein Fall sei keine Ausnahme: "Mein Betriebsarzt spielte den Befund sogar herunter, so etwas habe jeder mal, sagte er. Und die meisten Kollegen haben sich gar nicht testen lassen, die möchten es gar nicht wissen."

Ein Drittel des Pflegepersonals in deutschen Krankenhäusern wurde in den vergangenen zehn Jahren abgebaut. Viele Mitarbeiter klagen über chronische Überlastung, in der Folge werden unerlässliche Hygienemaßnahmen oft nicht eingehalten. Angesichts der steigenden Infektionsgefahr schlagen Experten Alarm: Noch immer gebe es keine verpflichtenden Vorschriften, Ärzte und Pflegepersonal regelmäßig auf gefährliche Keime untersuchen zu lassen.

Obwohl sich die Lage auf den Stationen zuspitzt, ist im Kampf gegen Keime bislang wenig geschehen. Vor sieben Jahren starb Wilhelm Beckmann, der ältere Bruder von Reinhold Beckmann, an einer Infektion mit multiresistenten Krankenhauskeimen. Seitdem beschäftigt den TV-Journalisten die Frage, warum manche notwendigen Maßnahmen nicht durchgesetzt werden. Denn weitere Gefahren drohen durch neue "Superkeime", die jetzt erstmals in Europa nachgewiesen wurden und gegen die derzeit kein Antibiotikum hilft.

Doch es gibt auch Hoffnung: #BECKMANN zeigt eine hierzulande wenig bekannte, doch anscheinend effektive Behandlungsmethode gegen bakterielle Infektionen, bei denen Antibiotika nicht mehr wirken: die sogenannte Phagentherapie. Mit gezielt eingesetzten Viren sollen multiresistente Bakterien im Körper des Erkrankten zerstört werden. Zwar ist diese Methode in Deutschland, anders als in einigen osteuropäischen Staaten, nicht zugelassen, doch auch in West-Europa stößt sie auf zunehmendes Interesse.

Für ihre Dokumentation treffen Reinhold Beckmann und seine Co-Autorin Renate Werner Patienten, Ärzte, Wissenschaftler und Gesundheitsminister Hermann Gröhe, um herauszufinden, warum so viele Menschen in Deutschland an Keimen sterben und welche Maßnahmen Hoffnung geben könnten. alpha-thema: Krankenhauskeime

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 08.10.2018 um 20:15 Uhr auf ARD alpha.

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Wissenschaft/Forschung, Gesundheit/Medizin, Ratgeber, Dokumentation/Reportage
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09.10.2018 13:00ARD alpha08.10.2018 20:15ARD alpha