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Zeit ist Geld

Dokumentarfilm Frankreich / Spanien 2016
Dienstag, 02.10.2018 21:45 Uhr
arte
Dienstag
02.10.2018
21:45 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Wohl jeder hat schon mal seine Bordkarte selbst ausgedruckt, sein Gepäck selbst aufgegeben, mühevoll selbst Möbel aufgebaut oder sich mit einer Selbstbedienungskasse herumgeschlagen. Und wohl jeder hat sich schon einmal gefragt, wer hier eigentlich wen bezahlen sollte für die getane Arbeit. Der Dokumentarfilm reist um die Welt und zeigt, wie Zeit zu einem Marktwert wurde, wie die tickende Uhr die Macht über unser Arbeits- und Privatleben übernommen hat. Lässt sich die Kontrolle über diese kostbare und begrenzte Ressource zurückgewinnen?

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde im Zuge der Industrialisierung die Stempeluhr erfunden - der Beginn von Produktivitätssteigerung und Optimierung von Arbeitsprozessen. 1912 legte das Pariser Observatorium die "Universalzeit" für die ganze Welt fest. Seitdem gibt sie immer mehr den den Takt vor.

Um Zeit zu sparen, reduzierte eine Firma der Geflügel-Industrie in den USA die Toilettenpausen ihrer Arbeiter auf sieben Minuten pro Tag. In Japan sind 40 Prozent der Japaner von einem Burnout betroffen; Suizide häufen sich. Dabei hatte der gesellschaftliche Druck, immer mehr zu arbeiten und infolgedessen überhaupt keinen Urlaub mehr zu nehmen, so verheerende ökonomische Folgen, da weniger konsumiert wurde, dass die Regierung gegensteuerte. Und in Deutschland hat sich der Verbraucherzentrale Bundesverband entschieden, Facebook zu verklagen, weil wir dessen Nutzung, obwohl kostenlos, mit unseren Daten und unserer Zeit bezahlen. In Frankreich ermöglicht das Mathys-Gesetz, Kollegen einen Teil seiner Urlaubstage zu spenden, wenn diese schwerkranke Angehörige betreuen. Ihnen wird mehr Zeit für ihre Familie geschenkt.

Im Laufe eines Jahrhunderts ist Zeit zu Geld geworden - eine Folge des Kapitalismus und der Globalisierung. Der Dokumentarfilm beschreibt diese Entwicklung: von der Einrichtung von Zeitzonen im 19. Jahrhundert bis hin zu unserer modernen Gesellschaft, in der viele meinen, Auszeiten könnten vor allem der Produktivität schaden.
Zu Wort kommen die Historiker Robert Levine und Jane Lancaster, der Essayist Jonathan Crary, Zeit-Coach Magali Combal, die Soziologin Marie-Anne Dujarier sowie Angestellte aus Japan, Frankreich, Großbritannien und den USA.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 02.10.2018 um 21:45 Uhr auf arte.

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Dokumentation/Reportage, Psychologie, Wirtschaft
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05.10.2018 09:30arte02.10.2018 21:45arte