

Jedes Jahr im frühen Herbst feiern die Isländer ihr traditionell wichtigstes Fest, das "Rettir", den Abtrieb der Schafe von den wilden Sommerweiden. Eine Aufgabe, die kein Landwirt allein erledigen könnte. In dem extrem dünn besiedelten Gebiet braucht es die Zusammenarbeit ganzer Gemeinden, um alle Schafe rechtzeitig vor dem Winter ins Tal zu bringen.
Anfang Mai werden auf den isländischen Höfen die Lämmer geboren. Die Bauern haben dann alle Hände voll zu tun, denn schon wenige Wochen später sollen die Schafe in die Berge getrieben werden. An den südlichen Hängen Islands grasen dann mehrere Tausend Schafe für über zwei Monate frei in den Bergen, bis sie im September in einem spektakulären Trieb zusammen gesammelt und zurück auf die Höfe geholt werden.
Dieses Ereignis gehört zu den größten Ereignissen der Insel. Ganze Familienverbände schließen sich zusammen, um an der Jagd auf die Tiere teilzunehmen. Jedes einzelne Schaf wird dabei mit der Hand gefangen, entweder zu Fuß verfolgt oder vom Rücken eines Pferdes, das für diesen Einsatz sorgfältig ausgewählt wurde. Eine Sisyphusarbeit. Überhaupt ist der ganze Einsatz eine Frage der Organisation. Zuständig dafür ist der sogenannte Bergkönig, ein besonders guter und erfahrener Treiber.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 30.09.2018 um 09:30 Uhr auf MDR.