

Trotz seiner Modernität und Vitalität war Frankfurt weit über 1.100 Jahre lang stets auch sein ehrwürdiges Alter anzusehen, hatte der Wandel der Zeiten im Stadtbild seine reichhaltigen Spuren hinterlassen. Doch dann, mit dem Zweiten Weltkrieg, drohte der Absturz in die Geschichtslosigkeit, waren die Altstadt und viele angrenzende Stadtbezirke in wenigen Bombennächten bis zur Unkenntlichkeit zerstört worden.
Die Sendereihe "So war das alte Hessen" versucht im neuen Jahrtausend noch einmal, das Gesicht der hessischen Städte vor der Zerstörung und dem tiefen Einschnitt des verlorenen Weltkrieges zu rekonstruieren. Noch leben Zeitzeugen, die die Vorkriegszeit bewusst miterlebt haben, noch finden sich alte Filmdokumente, die in bewegten Bildern eine kleine Zeitreise in diese nahe Vergangenheit ermöglichen.
Filmautor Jörg Adrian Huber hat solche Zeitzeugen befragt, alte Filme zusammengetragen und mit seinem Kamerateam hessische Städte auf der Suche nach Spuren der Vergangenheit durchstreift - so auch die Mainmetropole Frankfurt. Dabei wird deutlich, dass die Stadt - trotz einiger Rudimente aus der Vorkriegszeit - eine völlig andere geworden ist, dass das alte Frankfurt vorwiegend noch in den Köpfen der Älteren existiert und mit ihnen untergehen wird.
In teilweise bewegenden Interviews mit Frankfurter Bürgern wird deutlich, dass die 1943 bis 1945 geschlagenen Wunden - der vom Naziregime selbst herbeigeführte Untergang der deutschen Städte im alliierten Bombenhagel - nie verheilt sind: Todesangst im Luftschutzkeller und Trauer über den Verlust der Heimat sind jahrzehntelang totgeschwiegen, aber nie richtig verarbeitet worden.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 29.09.2018 um 09:45 Uhr auf HR.