"Wir Alten können schlecht loslassen", sagt Georg Jahn, ein Mann der ersten Stunde auf Hof Medewege bei Schwerin. 20 Jahre ist es her, dass dieser gegründet wurde. Landwirte, Gärtner, Bäcker, Künstler und Therapeuten haben hier mittlerweile eine Heimat gefunden. Der Biohof ist Anziehungspunkt für viele Menschen, die Wert auf gute Nahrung legen und Entspannung im gemütlichen Hofcafé suchen.
Doch hinter der scheinbaren Idylle des schönen Landlebens knistert es gewaltig. Nicht nur der harte Arbeitsalltag macht den Menschen das Leben schwer. Zahlreiche Probleme müssen angegangen werden, die über Jahre hinweg verschleppt worden sind. Bildhauerin Mechthild, immerhin seit 18 Jahren auf dem Hof, bringt es auf den Punkt: "Wir brauchen hier mehr Offenheit und Auseinandersetzung, wenn wir die Zukunft des Hofes weiter entwickeln wollen." So steht demnächst ein Generationenwechsel an. Die Gründerfamilien ziehen sich mehr und mehr zurück, die neue, junge Generation von Bauern hat völlig andere Vorstellungen von der Arbeit auf dem Hof. Während Hofmitbegründer Stephan Weiß das Zusammenleben in Medewege liebevoll als "gepflegte Anarchie" bezeichnet, schlagen die Nachwuchsbauern die Hände über dem Kopf zusammen. Gärtner Johannes ist seit sechs Jahren auf dem Hof und macht Druck, neue Strukturen zu bilden.
Der Film erzählt vom harten Arbeitsalltag der Bauern und Gärtner auf Hof Medewege, von den bestehenden und zukünftigen Konflikten und davon, wie die Hofgemeinschaft nach Lösungen sucht. Auch wenn nicht auf alles gleich eine Antwort gefunden wird, so macht der Film doch deutlich, dass die Medeweger gemeinsam daran arbeiten, die Probleme zu bewältigen und dabei entwickeln die Frauen eine größere Dynamik als die Männer.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 09.09.2018 um 13:00 Uhr auf BR.