

In New York hat 1957 ein Musical Premiere, das zu einem Welthit wird. Mit einer völlig neuen Mischung aus Jazz und lateinamerikanischer Musik schreibt Leonard Bernstein Musicalgeschichte. Jerome Robbins, Arthur Laurents, Stephen Sondheim und Leonard Bernstein gehen ein hohes Risiko ein. Rivalisierende Jugendgangs, eine verbotene Liebe, drei Tote und kein Happy End. Das hat es am Broadway bis dahin nicht gegeben. "West Side Story" bricht mit allen Konventionen. Sie ist Bernsteins größter Triumph als Komponist und das meistgespielte Musical überhaupt. Doch wie ein Fluch liegt sie auf seinem übrigen Schaffen. Der enorme Popularitätserfolg des Musicals übertrifft alles, was er später schreibt. Erst wenige Jahre vor seinem Tod spielt Bernstein sein Erfolgsmusical auf Schallplatte ein, obwohl ihm seine symphonischen Werke längst viel wichtiger sind.
Der Dokumentarfilm erzählt die spannende Entstehungsgeschichte der "West Side Story", was sie Bernstein bedeutete und wie sie zu einem Welthit wurde. Der Film geht in New York, Los Angeles, Washington und Wien auf Spurensuche und zeigt, wie aktuell das Remake des Shakespeare'schen "Romeo und Julia"-Stoffes noch heute ist. "West Side Story" erzählt von einer Gesellschaft im Umbruch, in der Rassenkonflikte tödlich enden und die Liebe der Gewalt unterliegt. Doch "West Side Story" ist auch ein Meilenstein und ein Wendepunkt in Bernsteins Leben. Mit ihr hat er seine Sehnsucht nach erfüllter Liebe, Frieden und Freiheit zum Ausdruck gebracht und damit Millionen Menschen Hoffnung auf eine bessere Welt gegeben.
Schwerpunkt: Leonard Bernstein forever
Am 25. August feiert die Welt den 100. Geburtstag des Komponisten, Dirigenten und Entertainers, der die amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts so geprägt hat wie kein anderer: Leonard Bernstein. In Amerika hat er ganze Generationen mit seinen "Young People's Concerts" live im Fernsehen zum Singen gebracht, in Europa am Pult der größten Orchester Interpretationsgeschichte geschrieben. ARTE feiert den Sohn jüdischer Einwanderer aus der heutigen Ukraine, der 1918 in Lawrence, Massachusetts, geboren wurde und zeichnet das Porträt einer nach außen strahlenden Persönlichkeit, die jedoch zutiefst gespalten war.
ARTE feiert Leonard Bernstein den ganzen Sommer hindurch im Internet, auf ARTE Concert, und am 19. August im Fernsehen. Der Programmtag, der Leonard Bernstein gewidmet ist, startet mit einem Bericht über die Entstehungsgeschichte der "West Side Story". Die Musik zu dieser Liebesgeschichte zwischen Tony und Maria, die zwei verfeindeten Clans des New York der 50er Jahre angehören, ist ein Mix von progressive Jazz mit lateinamerikanischen Rhythmen. Das von "Romeo und Julia" inspirierte Stück wurde 1957 in New York uraufgeführt. Zum absoluten Welterfolg wurde es vier Jahre später mit der Verfilmung von Robert Wise und Jerome Robbins 1961, mit Nathalie Wood als Maria.Die Tänze aus der "West Side Story" gibt es anschließend aus Helsinki. James Gaffigan, ein Landsmann von Leonard Bernstein und eminenter Bernstein-Spezialist, dirigiert das Finnish Radio Symphony Orchestra. Zum Auftakt gibt es einen weiteren Hit, die Ouvertüre zu "Candide".In "Leonard Bernstein - Das zerrissene Genie" zeichnet Filmemacher Thomas Steinacker das Porträt des großen Musikers, der sich zwischen seiner Arbeit als Dirigent und dem Komponieren aufrieb, der im prüden Amerika der Nachkriegszeit mit seiner Homosexualität zu kämpfen hatte und der vergeblich versuchte, als seriöser Komponist anerkannt zu werden. Es gelang Bernstein nicht, den Erfolg der "West Side Story" zu wiederholen.Außerdem wurde er, nachdem er sich öffentlich unter Nixon gegen den Krieg im Vietnam geäußert hatte, vom FBI überwacht. So hatte Jacqueline Kennedy Bernstein 1966 ein Stück für die Einweihung des Kennedy Center von Washington bestellt. Da der Geheimdienst subversive Botschaften in dem Stück, dass er ablieferte, vermutete, blieben sowohl der Präsident, als auch Jackie Kennedy, inzwischen Onassis, der Einweihung fern. Das Werk wurde im September 1971 uraufgeführt und ist eine Abrechnung mit dem bigotten und realitätsfernen Establishment Amerikas.ARTE zeigt im Anschluss an die Dokumentation "Mass" in der Pariser Aufführung von letztem Frühling. Wayne Marshall dirigiert das Orchestre de Paris, Jubilant Sykes ist in der Rolle des Zelebranten zu erleben.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 19.08.2018 um 17:10 Uhr auf arte.