

Auch 150 Jahre nachdem Japan sich 1868 der Welt öffnete spürt man - trotz aller hektischen Geschäftigkeit, modernster Technologie und der Mega-Metropole Tokio - das Besondere, ganz Eigene, das dort auch in Zeiten der Globalisierung überlebt zu haben scheint.
Regisseurin Bianca Charamsa hat sich während der Zeit der Kirschblüte auf den Weg gemacht, um dort im Gespräch mit Künstlern den Eigenheiten Japans auf die Spur zu kommen. Unter ihren Gesprächspartnern waren neben der Schauspielerin Kaori Momoi, dem Stararchitekten Tadao Ando, der in Cannes ausgezeichneten Regisseurin Naomi Kawase auch andere Kulturschaffende wie der Künstler Takahiro Iwasaki, der Schriftsteller Keiichiro Hirano und zwei Bewahrer der traditionellen Kultur, ein Soto-Zenpriester sowie eine Teemeisterin.
Obwohl zwei gewaltige atomare Katastrophen das Japan der Moderne erschüttert und geprägt haben, die Bomben von Hiroshima und Nagasaki und der Super-GAU von Fukushima, sieht Künstler Takahiro Iwasaki die Erinnerung an den 6. und 9. August 1945 trotz all der gefalteten Kraniche, die Besucher an der Gedenkstätte hinterlassen, langsam verblassen. Auch Naturkatastrophen wie See- und Erdbeben erschüttern Japan immer wieder, vielleicht schließt deshalb die Wabi Sabi genannte japanische Ästhetik neben Schönheit immer auch Verfall mit ein. So wie man beim traditionellen Hanami, dem Kirschblütenfest, der Schönheit beim Vergehen zuschaut. Schwerpunkt: Sieben Tage Japan
Einen ersten Überblick über "das Land der aufgehenden Sonne" geben die großartigen Luftaufnahmen in Xavier Lefebvres Doku-Reihe "Japan von oben". Gérard Depardieu unternimmt in einer fünfteiligen Reihe eine kulinarische und kulturelle Erkundungstour quer durch Japan. Auf eine lange Reise begab sich auch ein japanischer Samurai im Jahr 1613. Stéphane Bégoin erzählt in seinem historischen Doku-Drama "Ein Samurai im Vatikan" die Geschichte dieses Reisenden, dessen Ziel es war, den spanischen König in Madrid und den Papst in Rom zu treffen.
Ein weiteres Highlight ist Sidney Pollacks bildgewaltiger Thriller "Yakuza". In dem Kultfilm, entstanden nach der Drehbuchvorlage von Paul Schrader, legt sich Robert Mitchum, Privatdetektiv und ehemaliger Soldat der Militärpolizei, mit den Gangstern von Tokio an.
Frank Mirbach hat für die "360 ° Geo Reportage - Japan, Leben am Fuß des Vulkans" die Insel Iwojima besucht. Wissenschaftler erforschen den Supervulkan Iodake, der mehr als die Hälfte des kleinen Eilands einnimmt, vom Meer aus, um einen eventuellen Mega-Ausbruch vorhersagen zu können. Das letzte Mal ist das vor 7.300 Jahren passiert.
Japan wird immer wieder von solchen dramatischen Naturkatastrophen heimgesucht. In Erinnerung an das Erdbeben von Kobe im Jahr 1995 hat der Architekt Tadao Ando die beeindruckende Gartenanlage von Awaji Yumebutai gestaltet, deren Schönheit in der Reihe "Erstaunliche Gärten" zu bestaunen ist.
Auch "Tracks" ist mit einem Japan-Spezial mit von der Partie und stellt neben dem Klangkünstler Ryoji Ikeda den Manga-Zeichner Leiji Matsumoto vor, dessen Figur Captain Harlock weltberühmt geworden ist.
Einen festlichen Akzent setzt "Maestro" mit Beethovens Siebter Symphonie unter der Leitung von Seiji Ozawa. Außerdem widmet ARTE dem weltberühmten japanischen Dirigenten und Komponisten ein Porträt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 02.09.2018 um 15:35 Uhr auf arte.