

Jenseits der Millionenmetropole Tokio liegt ein Japan, das nur wenige kennen. Ein wildes, natürliches Land ohne Menschenmassen, Hochgeschwindigkeitszüge und Wolkenkratzer. In den Japanischen Alpen auf der Hauptinsel Honshu leben Makaken. Keine andere Affenart hat sich so weit in den kalten Norden vorgewagt wie sie. Im Tiefschnee ist die Futtersuche für sie mühsam - für kleine Schneeballschlachten bleibt aber immer Zeit. Zum Aufwärmen wird dann ein heißes Bad genommen: Mehrere Stunden pro Tag entspannen sich die Affen in heißen Thermalquellen. Von denen gibt es in der Region etliche, denn tief unter der Erde brodelt es gewaltig. An der Oberfläche zischt und dampft es deshalb überall in Japan, und immer wieder kommt es zu Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis.
Ganz im Norden liegt die Insel Hokkaido - wilder und kälter kann Japan nicht sein. Während sich der Winter auf Honshu langsam verabschiedet, herrschen auf Hokkaido noch sibirische Temperaturen. In dieser unwirtlichen Zeit beginnen die seltenen Mandschurenkraniche ihre extravaganten Balztänze, und Riesenseeadler gehen zwischen den Eisschollen auf Fischfang. Das Ende des Winters symbolisiert schließlich die Kirschblüte. Halb Japan ist dann auf den Beinen und begrüßt mit Picknicks im Park das Frühjahr. Dann ist auch die Zeit des traditionellen Stierkampfes, eine Art Sumo-Ringen für tonnenschwere Bullen. Die wertvollen Tiere kommen bei dieser Tradition auf wundersame Weise nicht zu schaden.
Schwerpunkt: Sieben Tage Japan
Einen ersten Überblick über "das Land der aufgehenden Sonne" geben die großartigen Luftaufnahmen in Xavier Lefebvres Doku-Reihe "Japan von oben". Gérard Depardieu unternimmt in einer fünfteiligen Reihe eine kulinarische und kulturelle Erkundungstour quer durch Japan. Auf eine lange Reise begab sich auch ein japanischer Samurai im Jahr 1613. Stéphane Bégoin erzählt in seinem historischen Doku-Drama "Ein Samurai im Vatikan" die Geschichte dieses Reisenden, dessen Ziel es war, den spanischen König in Madrid und den Papst in Rom zu treffen.
Ein weiteres Highlight ist Sidney Pollacks bildgewaltiger Thriller "Yakuza". In dem Kultfilm, entstanden nach der Drehbuchvorlage von Paul Schrader, legt sich Robert Mitchum, Privatdetektiv und ehemaliger Soldat der Militärpolizei, mit den Gangstern von Tokio an.
Frank Mirbach hat für die "360 ° Geo Reportage - Japan, Leben am Fuß des Vulkans" die Insel Iwojima besucht. Wissenschaftler erforschen den Supervulkan Iodake, der mehr als die Hälfte des kleinen Eilands einnimmt, vom Meer aus, um einen eventuellen Mega-Ausbruch vorhersagen zu können. Das letzte Mal ist das vor 7.300 Jahren passiert.
Japan wird immer wieder von solchen dramatischen Naturkatastrophen heimgesucht. In Erinnerung an das Erdbeben von Kobe im Jahr 1995 hat der Architekt Tadao Ando die beeindruckende Gartenanlage von Awaji Yumebutai gestaltet, deren Schönheit in der Reihe "Erstaunliche Gärten" zu bestaunen ist.
Auch "Tracks" ist mit einem Japan-Spezial mit von der Partie und stellt neben dem Klangkünstler Ryoji Ikeda den Manga-Zeichner Leiji Matsumoto vor, dessen Figur Captain Harlock weltberühmt geworden ist.
Einen festlichen Akzent setzt "Maestro" mit Beethovens Siebter Symphonie unter der Leitung von Seiji Ozawa. Außerdem widmet ARTE dem weltberühmten japanischen Dirigenten und Komponisten ein Porträt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 01.09.2018 um 13:40 Uhr auf arte.