Am 30. Juni 1960 ging im Kongo die Kolonialzeit zu Ende. Zur Feier der Unabhängigkeit reiste der 31-jährige belgische König Baudouin I. an den Kongo und hielt eine Rede, in der er das "Genie" seines Großonkels, König Leopold II, pries. Dieser hatte seine Privatkolonie Kongo mit unglaublich grausamen Methoden verwalten und ausbeuten lassen, scheiterte damit und vermachte den Kongo als Kolonie dem belgischen Staat. Patrice Lumumba, erster Ministerpräsident der Demokratischen Republik Kongo, fand diese Rede Baudouins gänzlich unakzeptabel und setzte ihr eine eigene, leidenschaftliche Rede, die nicht auf der Tagesordnung der Feierlichkeiten stand, entgegen. Es war der Anfang vom Ende der Regierungszeit Lumumbas. Nicht einmal sieben Monate später wurde er verhaftet, grausam gefoltert und in Katanga exekutiert. Sein Leichnam wurde in Säure aufgelöst. Heute ist bekannt, dass auch König Baudouin I. verantwortlich war für Folter und Tod Lumumbas. Der zweite Teil von "Black Heart, White Men" erzählt die unglaublich grausame, gut 50-jährige Geschichte des postkolonialen Kongos. Hunderttausende, Millionen von Menschen sind in diesem halben Jahrhundert in dieser Region gewaltsam umgekommen, Belgien, Europa, die USA, die UdSSR, später Rußland und jetzt v.a. China verschaffen sich politischen und ökonomischen Einfluß, um das Land weiter auszubeuten.
Die zweiteilige Dokumentation schildert aus aktueller Sicht die wechselvolle Geschichte von der Ankunft der ersten portugiesischen Seefahrer im hoch entwickelten und mächtigen Königreich Kongo im 15. Jahrhundert bis zur Ausrufung der Demokratischen Republik Kongo rund 500 Jahre später.
Film von Samuel Tilman, Daniel Cattier, Robert Neys, Jean-Francois Bastin und Isabelle Christiaens
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 27.08.2018 um 03:25 Uhr auf PHOENIX.