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Leonard Bernstein - Das zerrissene Genie

Leonard Bernstein forever
Sonntag, 19.08.2018 23:55 Uhr
arte
Sonntag
19.08.2018
23:55 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Er hat alles erreicht: weltbekannter Dirigent, dem die Herzen des Publikums zufliegen, Entdecker und Förderer vergessener wie junger Talente, Philanthrop und Gewissen einer ganzen Nation, Komponist des populären Musicals "West Side Story" und Gastgeber einer Musik-Show, die über viele Jahre höchste Einschaltquoten erzielt. Dann zieht sich Leonard Bernstein Ende der 60er Jahre überraschend als Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker zurück. Er braucht Zeit zum Komponieren. Sein Ziel: eine große amerikanische Oper, die die Geschichte des Landes spiegelt und die Bevölkerung politisch eint. Der Versuch, sein Meisterwerk zu schreiben, fällt zusammen mit der dramatischen Suche nach seinem eigentlichen Ich. Die Ereignisse bringen ihn künstlerisch wie privat an seine Grenzen. In der Dokumentation geben Bernsteins Kinder Jamie, Nina und Alexander neue Einblicke in das Leben ihres Vaters. Sein langjähriger Assistent John Mauceri erzählt vom fortwährenden musikalischen Kampf Bernsteins. Stephen Wadsworth, sein letzter Librettist, berichtet von der komplexen Zusammenarbeit an der Oper "A Quiet Place", und der Musikjournalist Alex Ross zählt Bernstein zu den ganz großen Komponisten des 20. Jahrhunderts: In seiner szenischen Messe greife er die Jugendbewegung der 60er Jahre auf, sein Musical über das Weiße Haus, "1600 Pennsylvania Avenue", sei ein Kommentar zum Watergate-Skandal und "A Quiet Place" ziehe eine verstörende Bilanz des amerikanischen (Alp-)Traums. Leonard Bernstein selbst ist in der Dokumentation zum 100. Geburtstag in bislang unveröffentlichten Aufnahmen zu sehen.
Schwerpunkt: Leonard Bernstein forever
Am 25. August feiert die Welt den 100. Geburtstag des Komponisten, Dirigenten und Entertainers, der die amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts so geprägt hat wie kein anderer: Leonard Bernstein. In Amerika hat er ganze Generationen mit seinen "Young People's Concerts" live im Fernsehen zum Singen gebracht, in Europa am Pult der größten Orchester Interpretationsgeschichte geschrieben. ARTE feiert den Sohn jüdischer Einwanderer aus der heutigen Ukraine, der 1918 in Lawrence, Massachusetts, geboren wurde und zeichnet das Porträt einer nach außen strahlenden Persönlichkeit, die jedoch zutiefst gespalten war.

ARTE feiert Leonard Bernstein den ganzen Sommer hindurch im Internet, auf ARTE Concert, und am 19. August im Fernsehen. Der Programmtag, der Leonard Bernstein gewidmet ist, startet mit einem Bericht über die Entstehungsgeschichte der "West Side Story". Die Musik zu dieser Liebesgeschichte zwischen Tony und Maria, die zwei verfeindeten Clans des New York der 50er Jahre angehören, ist ein Mix von progressive Jazz mit lateinamerikanischen Rhythmen. Das von "Romeo und Julia" inspirierte Stück wurde 1957 in New York uraufgeführt. Zum absoluten Welterfolg wurde es vier Jahre später mit der Verfilmung von Robert Wise und Jerome Robbins 1961, mit Nathalie Wood als Maria.Die Tänze aus der "West Side Story" gibt es anschließend aus Helsinki. James Gaffigan, ein Landsmann von Leonard Bernstein und eminenter Bernstein-Spezialist, dirigiert das Finnish Radio Symphony Orchestra. Zum Auftakt gibt es einen weiteren Hit, die Ouvertüre zu "Candide".In "Leonard Bernstein - Das zerrissene Genie" zeichnet Filmemacher Thomas Steinacker das Porträt des großen Musikers, der sich zwischen seiner Arbeit als Dirigent und dem Komponieren aufrieb, der im prüden Amerika der Nachkriegszeit mit seiner Homosexualität zu kämpfen hatte und der vergeblich versuchte, als seriöser Komponist anerkannt zu werden. Es gelang Bernstein nicht, den Erfolg der "West Side Story" zu wiederholen.Außerdem wurde er, nachdem er sich öffentlich unter Nixon gegen den Krieg im Vietnam geäußert hatte, vom FBI überwacht. So hatte Jacqueline Kennedy Bernstein 1966 ein Stück für die Einweihung des Kennedy Center von Washington bestellt. Da der Geheimdienst subversive Botschaften in dem Stück, dass er ablieferte, vermutete, blieben sowohl der Präsident, als auch Jackie Kennedy, inzwischen Onassis, der Einweihung fern. Das Werk wurde im September 1971 uraufgeführt und ist eine Abrechnung mit dem bigotten und realitätsfernen Establishment Amerikas.ARTE zeigt im Anschluss an die Dokumentation "Mass" in der Pariser Aufführung von letztem Frühling. Wayne Marshall dirigiert das Orchestre de Paris, Jubilant Sykes ist in der Rolle des Zelebranten zu erleben.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 19.08.2018 um 23:55 Uhr auf arte.

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Dokumentation/Reportage, Musical, Porträt/Biografie, Klassik, Musikprogramm, Leonard Bernstein