

Manyam hat einen gefährlichen Job. Aber sie macht ihn gern, und er ist ihr wichtig. Die junge Laotin sucht Munitionsreste aus dem Vietnamkrieg. Nichts wünscht sie sich sehnlicher als eine Heimat ohne Blindgänger, in der jeder ohne Furcht sein Feld bestellen kann. Sie selbst wird es nicht erleben und auch ihre kleine Tochter nicht - zu viele Bomben schlummern noch im Boden. Millionen Tonnen Streumunition hatten die USA über Laos abgeworfen. Die Gegend um die Stadt Xépôn, in der Manyam mit ihrer Familie wohnt, war besonders stark betroffen, denn dort liefen wichtige Versorgungslinien des Ho-Chi-Minh-Pfades zusammen.
Wie auch auf dem Bolaven-Plateau, der nächsten Etappe der filmischen Reise entlang des historischen Wegenetzes. Die fruchtbare Hochebene ist berühmt für ihren Kaffee. Vieng baut drei verschiedene Sorten an, alle in Bio-Qualität. Wenn ihm beim Rösten der Duft der Arabica-Bohnen in die Nase steigt, strahlt er übers ganze Gesicht. Er ist stolz auf sein Produkt. Und auch seinen französischen Gästen scheint es zu munden.
Rund hundert Kilometer weiter südlich liegt Kambodscha, das Land der Khmer. Der Osten war während des Vietnamkrieges noch von dichtem, unberührtem Wald bedeckt, der den Soldaten auf dem Weg nach Südvietnam Deckung gab. Heute reiht sich hier eine Großplantage an die andere - Gummibäume, Kaschubäume. Immer mehr Wanderarbeiter aus dem Westen suchen ihr Glück in Kambodschas östlichen Provinzen. Zum Nachteil für die indigene Bevölkerung. Sie muss um Landrechte und den Erhalt ihrer Traditionen kämpfen.
Eine Zugezogene aus Phnom Penh löst bei Plouk und seinen Kollegen vom Elephant Valley Project ungeteilte Freude aus. Jahrzehntelang hatte die Elefantendame Sambo Touristen durch die staubigen Straßen der Hauptstadt getragen. Vor Kurzem wurde die 55-jährige nun nach Mondulkiri geholt, ins Altersheim für ehemalige Arbeitselefanten. Mit Zuckerbrot, aber ohne Peitsche gewöhnt sie sich langsam an das Rentnerleben im dichten Wald.
Die Grenze zu Vietnam ist nah. Gleich dahinter nimmt der Verkehr zu, die Gebäude werden größer, immer mehr Leuchtreklamen zieren die Fassaden. Nur noch 80 Kilometer bis Ho-Chi-Minh-Stadt. Selbstsicher tritt Tri Pham in die Pedale, wird überholt von Autos, Bussen, Mopeds. "Radfahren liegt wieder im Trend", sagt der junge Fahrzeugtechniker vor seiner Werkstatt, in der er seit drei Jahren eigene Räder baut. Aus Bambus, dem Supergras, das schnell und überall in Vietnam wächst. Ökologisch will er produzieren, und natürlich mit Erfolg.
Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnams Millionenmetropole mit dem rasanten Wirtschaftswachstum, ist für ihn genau das richtige Pflaster.
Zweiteilige Dokumentation von Cornelia Volk
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 11.08.2018 um 13:15 Uhr auf MDR.