Im Jahr 1988, zwanzig Jahre nach den Essener Songtagen, treffen die Dokumentarfilmer Michael und Joachim Rüsenberg Zeitzeugen in der Essener Grugahalle. Wie blicken ehemalige Teilnehmer und Besucher auf das Chaos-Festival zurück? Die Dokumentation, die 1989 mit dem Adolf-Grimme-Preis in Silber ausgezeichnet wurde, ist eine Mixtur aus Interviews und Originalaufnahmen aus dem Jahr 1968. Dabei wird deutlich: DIE 68er gibt es nicht. Denn der Film zeigt, wie zerstritten die sogenannte 68er- Generation untereinander war.
Die einen wollten das Festival als Forum für politische Diskussion nutzen, die anderen kamen vor allem, um Musik zu hören. Doch die Konzerte wurden immer wieder von lautstarken Protesten unterbrochen. Der Titel des Films stammt aus einem Lied von Franz Josef Degenhardt, "Zwischentöne sind bloß Krampf". Rückblickend sagt Hanns-Dieter Hüsch, die Textzeile löse bei ihm körperliche Qualen aus. Er kritisiere die "Vernichtung und Zerstörung von Poesie". Der Film "Schöne Poesie ist Krampf" ist ein einmaliges Zeugnis deutscher Geschichte.
Gezeigt werden u.a. Konzertausschnitte von Amon Düül, Rick Abao, John McLaughlin, Alexis Korner, Franz-Josef Degenhardt, Insterburg und Co., Juan und Jose, Cuby and the Blizzards, Hannes Wader, Julie Driscoll, Tim Buckley, The Family, St. Giles System, Mothers of Invention und Hanns-Dieter Hüsch.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 13.08.2018 um 02:35 Uhr auf WDR.