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Dienen bei der NVA

Fahneneid und Eisenschweine
Samstag, 04.08.2018 01:00 Uhr
tagesschau24
Samstag
04.08.2018
01:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

"Links um, rechts um, vorwärts marsch...!" 34 Jahre lang dröhnten die zackigen Kommandos und Befehle über die Kasernenhöfe und Übungsgelände der DDR. Insgesamt 2,5 Millionen junge Männer haben den grauen Waffenrock der NVA überstreifen müssen seit ihrer Gründung im Jahre 1956.
Die ersten Jahre wurde noch auf das Freiwilligkeitsprinzip gesetzt. Soldaten verpflichteten sich für zwei Jahre, die Offiziere mussten sich für zehn Jahre verpflichten, den Arbeiter- und Bauernstaat mit dem Einsatz des Lebens gegen jeden Feind zu verteidigen. Mit dem Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht - kurz nach dem Mauerbau beschlossen - musste jeder männliche DDR-Bürger mit dem 18. Lebensjahr damit rechnen, eingezogen zu werden und damit für 18 Monate das Leben komplett umstellen zu müssen.
Grundausbildung, Wache schieben, Politunterricht, Manöver, EK-Spiele - in der berüchtigten Sandwüste von Eggesin oder sonst wo zwischen Rügen und Suhl. Fern der Heimat. Wenig Urlaub. Eine harte Zäsur zum zivilen Alltag. Für die Rekruten war das, was offiziell gerne als "Ehrendienst" verkauft wurde, in der Regel nicht mehr und nicht weniger als ein notwendiges Übel, dem man halt nicht entkommen konnte.
Film von Thomas Kuschel
Im ersten Teil der zweiteiligen Dokumentation zur Geschichte der NVA rekonstruiert MDR-Autor Thomas Kuschel zunächst die Aufbau-Jahre der Nationalen Volksarmee, Umstände und Hintergründe der Formierung der NVA. Verfolgt wird der Weg der NVA bis zum Ende 60er Jahre, in denen sich Ulbrichts ehrgeizige Truppe zu einer vollwertigen Koalitions-Armee des Warschauer Paktes gemausert hatte und 1968 in den sächsischen Bereitstellungsräumen darauf wartete, ihre Einsatzbereitschaft beim Einmarsch in die CSSR unter Beweis stellen zu können. Dass die einfachen Soldaten - wie zu erfahren ist - diesbezüglich weniger Ehrgeiz hatten als die Führung in Berlin und Straußberg, verwundert nicht.
Die MDR-Dokumentation setzt vor allem auf diejenigen Zeitzeugen, die das Dienen bei der NVA unmittelbar und direkt erlebt haben, ob als Panzersoldat, Mot-Schütze, Flieger, Grenzer oder an der Kanone. Die Geschichte der NVA, erzählt aus der Perspektive der Rekruten, rückt Dimensionen und Aspekte des Soldaten-Daseins ins Blickfeld, die all zu oft übersehen werden, den Alltag der Armee vor dem Hintergrund historischer Ereignisse und Zäsuren.
Thema: Die NVA

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 04.08.2018 um 01:00 Uhr auf tagesschau24.