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Den Humboldts auf der Spur

Berlin - Paris und zurück
Donnerstag, 19.07.2018 07:15 Uhr
PHOENIX
Donnerstag
19.07.2018
07:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Immer geht es der französischen Kulturhistorikerin und ihrem deutschen Kollegen nicht nur darum, was das gefundene Objekt über die damalige Zeit und ihren Besitzer aussagt, sondern auch um die Frage: Was ist in der Zwischenzeit mit dem Objekt passiert, und wie gelangte es zu uns?

"Alle reden zur Zeit von Provenienzforschung, aber jeder meint etwas anderes", sagt Bénédicte Savoy, die im Sommer 2017 für viele Schlagzeilen sorgte, als sie mit einem Eklat den Experten-Beirat des umstrittenen Berliner Humboldtforums aus Protest verließ. Seitdem reißt die Diskussion darüber, welche Relevanz Herkunftsforschung in der gegenwärtigen Museumsarbeit haben sollte, nicht ab.

Hunderte Objekte hat Alexander von Humboldt von seinen Reisen um die Welt mitgebracht - vor allem nach Paris, wo er über 30 Jahre lebte. Darunter auch problematische Funde, wie zum Beispiel menschliche Überreste. Auch er, der vehement gegen Sklaverei war und die Kulturen der Indianer hochschätzte, hat also wie viele Forscher und Abenteurer damals Gräber geplündert. "Es geht nicht um Schuld", sagen die beiden Forscher, "es geht um die Frage, wie wir heute damit umgehen, wenn Kulturen spüren, dass ihnen etwas verloren gegangen ist, was plötzlich nicht mehr da ist."

Auch in Berlin hat man inzwischen begonnen, umzudenken und Teile der Sammlungen auf ihre Provenienzen zu durchforschen. Ein zeitaufwendiges und kostenintensives Unterfangen. Ob diese Anstrengungen die Kritiker des Humboldtforums zufriedenstellen werden, darf bezweifelt werden.

Für den Politikwissenschaftler Joshua Kwesi Aikins, Unterstützer der Initiative "No Humboldt 21", steht fest: "Wenn man so ein großes Projekt wie das Humboldtforum machen will, dann muss man sich mit der Gewaltgeschichte des Kolonialismus beschäftigen, bevor man sagt, wir wollen hier Beute ausstellen."

Wie könnte das im Konkreten aussehen? Die Dokumentation "Den Humboldts auf der Spur" blickt weg von der Berliner Diskussion nach Paris, um zu sehen, wie dort mit dem postkolonialen Diskurs umgegangen wird. Und zeigt eindrücklich, wie aufwendig und detailliert die Recherchen zur Vorbereitung einer großen Ausstellung sein können. Film von Carola Wedel

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 19.07.2018 um 07:15 Uhr auf PHOENIX.

Details
Audio-Format
stereo
Bild-Format
16:9
Farbe
farbe
Audio-Beschr.
nein
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nein
HDTV
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1531977300
Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Porträt/Biografie, Wissenschaft/Forschung, Geschichte