

Er war ein Macher, der kein Risiko scheute. Doch die Erfüllung seines Lebenstraums blieb ihm verwehrt - die Kanzlerschaft. 1980 trotzte er seinem Erzrivalen Helmut Kohl die Kandidatur ab und scheiterte. Sehr zur Freude seiner politischen Gegner, für die er als unberechenbar galt, die ihn gar für ein sicherheitspolitisches Risiko hielten.
Der amerikanische Außenminister Henry Kissinger entwirft von Strauß in dieser Frage ein ganz anderes Bild: "Er war ein Patriot, und er hat über die Probleme unserer Zeit sehr nachgedacht. Und ich glaube, wenn er Bundeskanzler geworden wäre, dann hätte er ziemlich bedächtig gehandelt." Doch auch als bayerischer Ministerpräsident meldete er sich in Bonn und auf der internationalen Bühne zu Wort. Erstmals gezeigt werden in der Dokumentation private Aufnahmen seines spektakulären Fluges nach Moskau im Dezember 1987: Nur durch Nervenstärke bringt der Hobby-Pilot Strauß trotz Schneesturm die Maschine mit der kompletten Führungsriege der CSU an Bord sicher zur Landung.
Der "Kommunistenfresser", für Jahrzehnte Feindbild des Ostens, versteht sich blendend mit Gorbatschow und glaubt an ein Ende des Kalten Krieges - das er selbst nicht mehr erleben sollte. Nicht nur seine Kinder traf der Tod des Vaters schwer, auch seine Lebensgefährtin Renate Piller hatte sich noch viele gute Jahre mit Franz Josef Strauß erhofft: "Am Schluss, kurz vor seinem Tod, hatte ich den Eindruck, es läuft etwas runder. Er hatte wieder private Ziele, er wollte heiraten, er wollte ein geregeltes Familienleben, er wollte in Harmonie leben. Er wollte seine heile Welt um sich herum und dachte, er wäre auf dem Weg dahin." Doch er starb - wie er gelebt hatte.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 07.07.2018 um 12:15 Uhr auf PHOENIX.