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plan b: Fahren ohne Fahrschein

Kostenloser Nahverkehr
Film von Julia Mayer und Johannes Backes
30 min Deutschland 2017 Samstag, 23.06.2018 17:35 Uhr
ZDF
Samstag
23.06.2018
17:35 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (zdfPresse)
Bildquelle: Pressebild (zdfPresse)

Verstopfte Innenstädte, verspätete Busse, teure Tickets – Alltag in Deutschland. Seit dem Vorstoß der Bundesregierung ist die Idee eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs in aller Munde. "plan b" zeigt, dass es funktionieren kann: Sowohl in der estnischen Hauptstadt Tallinn als auch im französischen Dünkirchen wurde der Nulltarif eingeführt. Die deutschen Pioniere des kostenlosen Nahverkehrs leben im brandenburgischen Templin. Dort nahm nach der Wende der Autoverkehr so rasant zu, dass die Luftqualität des Kurortes ernsthaft in Gefahr geriet. Templin führte eine revolutionäre Reform durch: unentgeltlich Bus fahren für jedermann. Die Fahrgastzahlen explodierten, neue Busse mussten angeschafft werden. Weil aber die Kosten stiegen, mussten die Bürger doch wieder an der Finanzierung beteiligt werden. Heute gibt es eine "Jahreskurkarte" für nur 44 Euro, und die nutzen immer noch mehr Menschen als vor der Reform. Ein Teilerfolg für die Gemeinde in Brandenburg. Verkehrsexperte Allan Alaküla ist stolz auf seine Heimatstadt Tallinn. Denn in der Hauptstadt von Estland können die Einwohner seit 2013 mit einem elektronischen Ticket alle Busse und Bahnen kostenlos nutzen. Die Autokolonnen sind dadurch aus den Straßen der Innenstadt verschwunden. Ein weiterer positiver Effekt: Der Gratisfahrschein für Anwohner zog immer mehr Bürger aus dem Umland an. Diese meldeten ihren Wohnsitz um und spülten Steuereinnahmen in Tallinns Stadtkasse. Diese Einnahmen nutzt die Stadt, um die öffentlichen Verkehrsverbindungen weiter zu modernisieren. Eine Erfolgsgeschichte, findet Allan Alaküla: "Wir inspirieren andere Städte, den kostenlosen Nahverkehr einzuführen!" "Gratuit" steht mit großen Lettern an den öffentlichen Verkehrsmitteln der französischen Hafenstadt Dünkirchen. Hier läuft gerade ein Probebetrieb für den Nulltarif an den Wochenenden. Eingeführt hat ihn Patrice Vergriete, der mit seinen Verkehrsplänen den Einzug in das Bürgermeisteramt geschafft hat. Die Maßnahme zeigt bereits erste positive Auswirkungen auf die Entwicklung der strukturschwachen Innenstadt. Mit der Unterstützung einer in Frankreich gesetzlich möglichen "Arbeitgeberabgabe" werden neue Busspuren und Haltestellen gebaut, die Busse modernisiert. "Das ist natürlich eine steuerliche Belastung", weiß Patrice Vergriete, aber eine, die für Dünkirchen zum Erfolg führen kann.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 23.06.2018 um 17:35 Uhr auf ZDF.

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Details
Art
Reportage
Kategorie
Gesellschaft
Themenbereich
Sozialpolitik