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World Brain

Dokumentarfilm Frankreich 2014
Dienstag, 26.06.2018 00:55 Uhr
arte
Dienstag
26.06.2018
00:55 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Ist der Mensch eine Maus in einem weltweiten Labor geworden? Können wir nur mit Hilfe von Wikipedia-Tipps in der Wildnis überleben? Was haben Haie mit dem Internet zu tun? Das fragen die beiden französischen Filmemacher in ihrem Film über das Internet von heute und das mögliche Internet von morgen.
"World Brain" beschäftigt sich mit der Architektur von Rechenzentren, der kollektiven Intelligenz von Kätzchen, dem Hochfrequenzhandel, dem Überleben im Wald und transhumanen Ratten. Der Dokumentarfilm nähert sich dabei in essayistischen Fragmenten den Utopien, Mythen und Ideologien, die mit der Entstehung einer kollektiven Intelligenz und der Hypothese eines weltweiten Netzwerks verbunden sind.
Die Utopie von der globalen Verbindung mit dem Netz lässt die Menschheit über ein gigantisches Projekt fantasieren: den Aufbau eines eigens für den Datenkomfort konzipierten globalen Raumes mit Hunderttausenden von Datenzentren, die mittels unterseeischer oder unterirdischer Kabel miteinander verbunden sind. "World Brain" zieht den Zuschauer in diese prometheische Maschine hinein, in der, wie viele glauben, sich ein Weltgehirn herausbildet, von dem wir lediglich die Neuronen wären.
"Die Frage nach der Beschaffenheit des Internets wird häufig aus technischer oder politischer Sicht, vor allem hinsichtlich der Privatsphäre, beleuchtet. Und diese Aspekte sind natürlich auch sehr wichtig. Wir wollten die Frage jedoch unter einem anderen Blickwinkel stellen: nämlich mit Blick auf das Verhältnis des Menschen zu der Welt, in der er sich befindet. Die Frage ist nicht nur technischer oder politischer, sondern auch anthropologischer Natur", erläutert Stéphane Degoutin.

Der Dokumentarfilm begleitet auch eine Gruppe von Forschern, die ihre Labors verlassen, um im Wald Experimente zur Vernetzung durchzuführen. Diese Wissenschaftler versuchen mit Hilfe von Wikipedia im Wald zu überleben. Im Gegensatz zu denen, die davon träumen, sich von der digitalen Welt abzukoppeln, lassen sie alles zurück, außer ihren Internet-Anschluss.
"Der Film ist eine Mischung aus einer rein fiktiven Geschichte mit Schauspielern und Forschern, deren Arbeit im Film dokumentiert wird, und einem Teil mit ‚echten' Forschern, die ihre Arbeit in Workshops erklären, die sie im Wald oder in den Bergen abhalten", ergänzt Gwenola Wagon. "Sie alle sind miteinander vernetzt und versuchen, ein alternatives Projekt zur Rettung der Menschen zu gründen. Wir haben uns gezielt Personen aus der Forschung ausgesucht und diese mit den - nicht zwangsläufig professionellen - Schauspielern konfrontiert. Es sollte zugleich eine fiktive Geschichte und eine Art Dokument - weniger eine Dokumentation - werden. Man könnte bei ‚World Brain' auch von einer ‚zeitgenössischen Fabel' sprechen", so die Filmemacher."World Brain" ist ein Found-Footage-Film, der zum großen Teil aus aufgefundenen Materialien besteht, wie Youtube-Videos, Bildern, wissenschaftlichen oder pseudo-wissenschaftlichen Berichten und Nachrichten-Threads, um dem Zuschauer die globale Vernetztheit der Daten deutlich zu machen.

"World Brain" wird auch von einer interaktiven Website begleitet (arte.tv/worldbrain). Sämtliche Themen, die im Film auftauchen, können hier nachgeschlagen werden. Sie sind bunt verstreut und präsentieren sich in nichtlinearer Form wie auf einer Karte. Die beiden Künstler und Wissenschaftler Stéphane Degoutin und Gwenola Wagon sind die Gründer des Labors LOPH - Lutte contre l'Obsolence Programmée de l'Homme ("Kampf gegen die programmierte Obsoleszenz des Menschen").

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.06.2018 um 00:55 Uhr auf arte.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Philosophie, Digitale Welt, Wissenschaft/Forschung, Kurzfilm/Videokunst