Die Erde ist - fast - erforscht, den Mond hat der Mensch betreten. Das nächste Ziel: der Mars. Doch bevor das erste bemannte Raumschiff in die Weiten des Weltraums startet, hat die europäische Raumfahrtagentur gemeinsam mit dem russischen Institut für biomedizinische Probleme (IBMP) eine aufwändige Simulation der Jahrhundertmission geplant: Das MARS 500-Projekt.
Die Würfel waren gefallen. Im zweiten Teil der Doku beginnt die heiße Phase des Mega-Experiments. Die Auswertung von Überlebenstraining und erneuten medizinischen Untersuchungen zeigt, ob auch der 29-jährige Bundeswehr-Hauptmann Oliver Knickel dabei sein durfte.
Erst eine Woche bevor sich die 20 Zentimeter dicke, luftdichte Luke aus Stahl hinter den finalen sechs Versuchspersonen schloss, stand die Crew fest.
Im härtesten Test mussten die Kandidaten nochmals ihre Eignung unter Beweis stellen: beim Überlebenstraining im russischen Winter, in absolut lebensfeindlicher Umgebung. Dabei sollte auch herausgefunden werden, welche Persönlichkeitstypen sich am besten für eine Langzeitmission eignen. Welche Gruppendynamiken entwickeln sich im Verlaufe der Zeit? Wie meistert die Crew Notfälle, wenn externe Hilfe ausgeschlossen ist? Fragen, deren Antworten über die Zusammensetzung der späteren Mars-500-Crew entscheiden.
Mehr als 100 Experimente und zahlreiche "unerwartete Probleme" standen den Probanden bevor, die es für sie zu bewältigen galt. Hinzu kam der vermutlich größte Gegner der Kandidaten: die Monotonie. Denn neben den wissenschaftlichen "Pflichtübungen" galt es täglich acht Stunden Freizeit auszufüllen - zusammengepfercht auf 180 Quadratmeter, bei genau rationiertem Essen, wenig Privatsphäre und ohne jemals die Sonne zu sehen.
Wie gingen die Crewmitglieder mit Konflikten in der Gruppe und dem immensen psychischen Druck um? Eine einmalige Gelegenheit für die Forschung, erstmals genau zu prüfen, welche körperlichen Folgen solcher Dauerstress haben kann. Die Aufnahmen der Überwachungskameras sowie die Videotagebücher der Crewmitglieder erlauben tiefe Einblicke in deren ganz persönliche Erfahrungen und lassen erahnen, was es hieß, Teil dieses einmaligen Langzeitversuchs zu sein.
Auch im zweiten Teil der Dokumentation ordnet Thomas Reiter, Vorstand für Raumfahrt im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die einzelnen Stationen dieses Experiments wissenschaftlich ein und berichtet von seinen Erfahrungen. Film von Thomas Bausenwein
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 09.06.2018 um 06:15 Uhr auf PHOENIX.