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Das Rote Kreuz im Dritten Reich

Vom Versagen der Hilfe
Sonntag, 24.06.2018 01:15 Uhr
tagesschau24
Sonntag
24.06.2018
01:15 Uhr
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Das Rote Kreuz auf weißem Grund: das Symbol der Hilfe für Menschen in Not. Gegründet, um das Leid verwundeter Soldaten zu lindern und sich um Kriegsgefangene zu kümmern, blickten vor allem in Kriegszeiten die Opfer hoffnungsvoll auf Genf und das dort residierende Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Doch die, die unter dem Nazi-Terror am dringendsten Hilfe brauchten, die Opfer des Holocaust, hofften vergebens. Nach dem Krieg berief sich das IKRK lange darauf, nur für die Kriegsgefangenen ein völkerrechtliches Mandat gehabt zu haben, nicht für die Zivilbevölkerung, also auch nicht für die Opfer des Holocaust. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass ein Engagement für die Opfer des Holocaust wohl vor allem aus Rücksicht auf die nationalen, das heißt auch wirtschaftlichen Interessen der Schweiz unterblieb. Hinzu kam, dass sich die Bereitschaft zur Hilfe für die europäischen Juden aufgrund antisemitischer Ressentiments, von denen auch die IKRK-Führung nicht frei war, von Anfang an in Grenzen hielt. So konnte sich das IKRK am Ende nicht einmal zu einem öffentlichen Appell gegen den Völkermord an den Juden durchringen, obgleich bereits 1942 konkrete Hinweise auf die 'Endlösung' nach Genf gelangt waren. Eine Einmischung erschien auch schädlich im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz. Dort waren Juden längst ausgeschlossen und die leitenden Positionen mit Nationalsozialisten besetzt. So war seit 1938 SS-Reichsarzt Ernst Robert Grawitz geschäftsführender Präsident. Er war hauptverantwortlich für das NS-Euthanasie-Programm und plante und koordinierte die sogenannten 'medizinischen Versuche' an KZ-Häftlingen.

Akribisch zeichnet Autorin Christine Rütten in ihrem Film das skandalöse Versagen der Hilfe nach. Sie belegt, wie wenig stichhaltig die Argumentation des IKRK ist, und analysiert die wahren Gründe für deren Politik. Film von Christine Rütten

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 24.06.2018 um 01:15 Uhr auf tagesschau24.

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Dokumentation/Reportage, Geschichte, NS-Zeit und Folgen