

Es geht um die Zukunft der Türkei. Am 24. Juni 2018 finden vorgezogene Neuwahlen statt. Darin wählen die Türkinnen und Türken nicht nur ein neues Parlament, sondern auch den nächsten Präsidenten, der zugleich Regierungschef sein wird.
Insgesamt sechs Kandidatinnen und Kandidaten werben um Stimmen. Dabei scheint es nur um die Frage zu gehen: Gewinnt Amtsinhaber Recep Tayyip Erdoğan im ersten Wahlgang oder geht es in die Stichwahl?
Die Wahlen finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich die Türkei in einer schwierigen Phase befindet: Seit 2017 herrscht der Ausnahmezustand, der der Opposition den Wahlkampf und Medien die Berichterstattung erschwert. Gleichzeitig kämpfen in Syrien bewaffnete Einheiten der türkischen Armee. Und auch die Wirtschaft leidet unter der unsicheren Lage: Die Türkische Lira verliert beinahe jeden Tag erneut an Wert. Gesellschaftlich ist die Türkei im Juni 2018 ein gespaltenes Land.
Kann in einer solchen Situation ein fairer Wahlkampf geführt werden? Welche Szenarien sind zu erwarten, bei einem Wahlsieg der regierenden AKP und Staatspräsident Erdoğans? Sind die vorgezogene Neuwahlen vielleicht eine Chance für die türkische Republik? Und welche Bedeutung haben sie für die deutsche Gesellschaft?
Darüber diskutiert phoenix-Moderator Stephan Kulle mit der früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Lale Akgün und dem stellvertretenden Vorsitzender der Union Internationaler Demokraten Fatah Zingal. Zugeschaltet werden außerdem die Staatssekretärin für Integration in Nordrhein-Westfalen Serap Güler (CDU) sowie der führende Experte für türkisches Verfassungsrecht Prof. Dr. Christian Rumpf.
Darin die Dokumentation:
"Exil Berlin - Geflohen aus der Türkei", Film von Matthias Neumann und Frank Gutermuth
Die Türkei unter Erdogan: Mit der Ausrufung des Notstandes im Juli 2016 sind Demokratie und Rechtsstaat außer Kraft gesetzt. Die Opposition wird systematisch verfolgt. Immer mehr Menschen verlassen das Land aus Angst vor Repression und Gewalt. Berlin ist eine wichtige Anlaufstelle geworden für diejenigen, die Arbeit, Freiheit und Hoffnung verloren haben. Die Reportage begleitet eine Soziologin, einen Journalisten und einen Musiker im Exil. Sie leben in ständiger Sorge um Familie und Freunde, aber sie geben nicht auf. Die neuen türkischen Emigranten sind politisch und engagiert. Von Deutschland aus kämpfen sie für Frieden und Demokratie in der Türkei.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 05.06.2018 um 10:45 Uhr auf PHOENIX.