Fischsemmeln, Uferpromenaden, Strandkörbe - in der 14. Folge der "Deutschlandreise" fahren Franz X. Gernstl, HP Fischer (Kamera) und Stefan Ravasz (Ton) entlang der Ostseeküste.
Im Seebad Bansin auf Usedom treffen sie auf Eddy Stoll. Der bullige Berufsfischer redet leise und lieber von der Vergangenheit als von der Zukunft. Dreißig Fischer waren sie einmal.
Weiter geht es die Küste entlang nach Rügen. Gernstl parkt neben einem Kartoffelacker. Bauer Hubert Peplo bringt seine Ernte ein. Von Hand. Und das aus Überzeugung - weil die Knollen bei der Maschinenernte Druckstellen bekommen.
Ganz andere Sorgen haben Udo Perrey und Achim Hechtner an der Ostküste von Rügen in Altefähr. Die Hartz-IV-Empfänger träumen von einem Schneckenimperium.Über die Rügenbrücke geht es zurück auf das Festland in die alte Hansestadt Stralsund. Dort trifft Franz X. Gernstl den Besitzer eines historischen Backsteingiebelhauses. Über dreißig Jahre lang hat Josef Wycisk das Haus in seiner Freizeit von Grund auf neu aufgebaut. Zu DDR-Zeiten, als alles knapp war. Warum? "Aus Trotz! Denen wollte ich es zeigen", sagt er. Und meint die Partei. So gar keine Sorgen scheint Lothar Knooke am Strand des ehemaligen Fischerdorfes Warnemünde zu haben. Seit über 40 Jahren verdient er sein Geld mit Strandkörben.
Nicht weit von Knookes Strandkorbverleih trifft das Team auf Heinz Seidler. Der ehemalige Schifffahrts-Offizier ist Wärter des Warnemünder Leuchtturms. Er erzählt Franz X. Gernstl seine Lebensgeschichte, die von Tod, Vertreibung und Einsamkeit handelt. Und, wie er gelernt hat, damit zu leben: "Indem man sich selbst enttäuscht."
Noch einmal knapp 100 Kilometer weiter westlich entlang der Küste findet die letzte Begegnung statt. In Wismar hat ein Rentner seit zwölf Jahren seine innere Ruhe gefunden. Woher die kommt, beantwortet er mit einem Fingerzeig nach oben: "Gott". "Seitdem", sagt er, "bin ich jeden Tag bereit, abzutreten."
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 16.06.2018 um 18:30 Uhr auf ARD alpha.