

Finanzkrisen, Pandemien, Umweltkatastrophen, soziale Unruhen oder nukleare Bedrohung - angesichts der zunehmenden Zahl von Notständen auf der Welt erscheinen die gegenwärtigen Gesellschaften so verletzlich wie nie zuvor. Bisher bestand allgemeiner Konsens darüber, dass nur die schwächsten Zivilisationen scheitern. Heute wächst jedoch das Bewusstsein, dass Verletzlichkeit auch in ungeheurer Macht oder deren Konzentration begründet liegen kann.
Durch das Bestreben, Naturrisiken zu beherrschen und eine globalisierte Wirtschaftsstruktur zu managen, haben die Gesellschaften eine nie dagewesene Komplexität erreicht. Würden jedoch die wichtigsten Ressourcen knapp werden, wären Abstriche auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet unvermeidbar und könnten zum Niedergang auch hoch entwickelter Zivilisationen führen. Aus diesem Grund suchen immer mehr Experten in der Zivilisationsgeschichte nach Anhaltspunkten, die kommende Krisen vorausahnen lassen. Der Versuch zu verstehen, welche Ereignisse oder Bedingungen vergangene Zivilisationen verletzlich gemacht haben, konfrontiert uns mit unserer eigenen Zukunft und mit unserer Zukunftsangst. Viele Probleme der aktuellen Gesellschaften ähneln jenen, die bereits frühere Zivilisationen zu lösen versuchten. Vielleicht ließe sich durch Vergleiche so manche Lehre daraus ziehen. Wie konnten diese mächtigen Kulturen untergehen? Droht den gegenwärtigen so blühenden Zivilisationen irgendwann dasselbe Schicksal? Werden die Menschen eines Tages Wolkenkratzer und Ingenieurbauwerke so betrachten, wie heutzutage die ägyptischen Ruinen oder die Überreste der Khmer-Kultur gesehen werden?
Dokumentation Frankreich 2012
Thema: Archäologie 2018
ARTE lädt seine Zuschauer auf eine Entdeckungsreise ein, die auf den Spuren untergegangener Zivilisationen von Europa nach Asien, von Afrika bis nach Südamerika führt.
In der Primetime zeichnet die Dokumentation "Der erotische Blick - Johann Winckelmann" das Leben des vergessenen Pioniers nach, der als Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und als Vater der Kunstgeschichte gilt. Mit seinem Credo der "edlen Einfalt und stillen Größe" inspirierte er den Klassizismus, dessen Bau- und Kunstwerke noch heute in vielen Städten der Welt zu bewundern sind. Weniger bekannt ist, dass Winckelmann 1768 Opfer eines Raubmordes wurde.
Pompeji, die antike Stadt am Vesuv, droht ein zweites Mal unterzugehen. Das mit Mitteln der EU finanzierte Großprojekt Pompeji (GPP) hat sich zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Erbe zu bewahren. "Pompeji, in Stein verewigt" besucht die berühmte Stätte und dokumentiert die aufwendigen Forschungs- und Restaurierungsarbeiten vor Ort.
In "Archäologie 2.0 - Mit Hightech auf Spurensuche" trifft Altertum ebenfalls auf hippe Technik. In Berlin entwickeln Archäologen gemeinsam mit Game-Designern Projekte. ARTE begleitet verschiedene Archäologenteams auf ihrer wissenschaftlichen Reise in virtuelle Welten.
Der Thementag führt außerdem zur Han-Dynastie ins alte China und zur Chinesischen Mauer, einem der größten Bauwerke der Menschheitsgeschichte. Sie erstreckt sich über Tausende Kilometer von der Küste am Pazifik bis zur Wüste Gobi. Für kein anderes Projekt brauchte man so viel Zeit, Arbeitskraft und Material.
Auf den Spuren der Khmer und der Pharaonen geht weiter nach Kambodscha und nach Ägypten. Wie konnten diese mächtigen Kulturen untergehen?
In Lateinamerika befasst sich die Reihe "Abenteuer Archäologie" mit dem Totenkult der Chachapoya, der Ruinenstadt Choquequirao und nicht zuletzt mit der Geburt der Metropole Teotihuacán.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 16.06.2018 um 15:45 Uhr auf arte.