

In einer Unterkunft macht er Rast und setzt die Jungpflanzen in die Erde, damit sie sich an das Höhenklima gewöhnen. Wenn sie etwas kräftiger geworden sind, pflanzt Ghaem sie um. So hat er auf eigene Initiative bereits etwa tausend Bäume gepflanzt. Ghaem ist kein echter Einsiedler, sondern eher ein Weiser: ein Utopist in Symbiose mit der Natur, die hier so unwirtlich und karg ist, dass niemand auf die Idee kommen würde, Besitzansprüche zu erheben. Ghaem spricht die Sprache der Pflanzen und der Tiere: In allem findet er Gott, und Gott allein will er dienen.
Iran, über 30 Jahre nach der Islamischen Revolution. Nach dem iranischen Atomprogramm und wirtschaftlichen Sanktionen befindet sich das Land im Wandel. Iranische Regisseure versuchen mit ihrem Projekt "Ein Tag in Teheran" ein authentisches Bild der gegenwärtigen Zustände zu zeichnen. Einen Querschnitt durch die sozialen Milieus der Millionen-Hauptstadt liefern die Porträts von ausgewählten Einwohnern: Eine Kosmetikerin aus sozial schwachem Milieu, ein unverheiratetes Paar, eine Sozialhelferin, die früher selbst drogenabhängig war, und ein schiitischer Zeremonienmeister lassen an ihrem alltäglichen Leben teilhaben. Eine Gesellschaft, angewiesen auf die Hoffnung des Volkes.
Regie: Hamid Jafari
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 09.06.2018 um 13:30 Uhr auf arte.