

Kampfflugzeuge bleiben am Boden, weil Ersatzteile fehlen; U-Boote bleiben im Hafen, weil Reparaturen ausstehen und Hubschrauberpiloten verlieren ihre Lizenzen, weil sie nicht trainieren können - Die Bundeswehr hat derzeit viele Baustellen. Hinzu kommt die von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen geplante Neuausrichtung der Truppe: statt der weltweiten Auslandseinsätze sollen künftig wieder die Landes- und Bündnisverteidigung im Fokus der Bundeswehr stehen.
Doch ein solcher Umbau kostet Geld. Über den aktuellen Wehretat streiten Union und SPD. Für das laufende Jahr sind rund 38 Milliarden Euro an Verteidigungsausgaben vorgesehen, für das kommende rund 40 Milliarden Euro. Dem Haushaltsentwurf hat Von der Leyen bislang nur unter Vorbehalt zugestimmt.
Wo steht die Bundeswehr im Jahre 2018? Wie hat sie sich in den vergangenen Jahren verändert? Und vor welchen Herausforderungen steht die Truppe in Zukunft?
Moderatorin Sara Bildau diskutiert mit ihren Gästen:
* Harald Kujat (Generalinspekteur a. D. und ehem. Vorsitzender NATO-Militärausschuss)
* Thomas Wiegold (Journalist für Verteidigungspolitik)
Henning Otte, Verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ist aus Berlin zugeschaltet.
Darin die Dokumentation:
"Stresstest für die Bundeswehr - Wie sich die Truppe für die Zukunft rüstet", Film von Djamila Benkhelouf und Nino Seidel
Die Bundeswehr agiert jetzt schon als eine weltweite Einsatzarmee - und nach dem Willen der Politik soll sie dieses Profil noch schärfen und ausbauen. Doch schafft es die Truppe, die Ziele der Politik auch umzusetzen?
Die gefährlichste UN-Mission, an der die Bundeswehr derzeit beteiligt ist, ist sicher die in Westafrika - eine Herausforderung für Mensch und Material, der sich inzwischen knapp 1000 Frauen und Männer der Bundeswehr im deutsch-niederländischen Camp Castor in der Wüste von Mali stellen. Doch was genau ist die Aufgabe der Bundeswehr in Afrika?
Djamila Benkhelouf und Nino Seidel haben unter anderem die Soldaten in Gao begleitet und geben einen vielschichtigen Einblick in den Alltag - ob im Camp oder auf Patrouille.
Gefragt sind in Afrika vor allem Spezialkräfte wie zum Beispiel Piloten, Objektschützer oder Kampfmittelbeseitiger. Der Bedarf solcher Spezialkräfte ist hoch, die Ausbildung dauert Monate, mitunter Jahre. Den Mangel an derartigen Fachkräften in der Bundeswehr bekommen die Soldaten in Mali zu spüren: Die Einsätze werden länger.
Und es kommen immer neue dazu. In unmittelbarer Nachbarschaft wird wieder aufgerüstet. Die NATO-Präsenz im Baltikum wird durch rund 500 deutsche Soldaten in Litauen gestärkt. So soll im Ukraine-Konflikt Russland etwas entgegengesetzt werden. Die Autoren haben auch diese Soldaten bei ihrem Einsatz begleitet.
In jüngster Zeit erschweren außerdem interne Skandale die Neuausrichtung der Bundeswehr: Missbrauchsvorwürfe und rechtsextreme Soldaten setzten Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen stark unter Druck. Die Ministerin attestierte der Truppe öffentlich ein Haltungsproblem. Differenzen zwischen Soldaten und oberster Führung sind plötzlich offen sichtbar - die Truppe ist von der mangelnden Rückendeckung ihrer Dienstherrin enttäuscht, das Verhältnis ist angespannt. Dabei müssen die politischen Verantwortlichen und die Bundeswehr gerade jetzt einig und eng zusammenstehen, wenn sie gegenwärtigen Ziele und künftigen Herausforderung gemeinsam meistern wollen.
Die Dokumentation fragt nach: Wo steht die Bundeswehr im Jahr 2017? Wie hat sie sich in den vergangenen Jahren verändert? Wie stellt sie sich den neuen europäischen und internationalen Krisen und Umbrüchen? Und ist sie ihnen gewachsen?
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 11.05.2018 um 12:45 Uhr auf PHOENIX.