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Das Glück der Hausfrau (1/2)

Zwischen Romantik und Windelwaschen
Montag, 14.05.2018 01:15 Uhr
HR
Montag
14.05.2018
01:15 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Von der großen Wäsche, die anfänglich mühsam im befeuerten Kupferkessel gekocht und mit bloßen Händen ausgewrungen werden musste, ehe die ersten Maschinen Erleichterung brachten. Von ihren ersten Kochversuchen im frischgegründeten Hausstand, deren Folge Nudelbrei, verbrannte Koteletts oder versalzener Apfelkuchen waren. Von Prüderie und nicht erfolgter Aufklärung, die zum Rätsel um die Ursache der Schwangerschaft führte: Ob die Kinder aus dem Bauchnabel oder vom Küssen kommen?

Die Frauen sind in den 40er und 50er Jahren geboren, Familie gründeten sie in den 60er und 70er Jahren. Mit ihren Stimmen stehen sie für eine ganze Generation. Die mussten sich nicht nur am Ideal der perfekten Hausfrau abarbeiten, sondern auch an der rauen Wirklichkeit. Es war eine Frau, die bereits 1949 die Gleichberechtigung von Mann und Frau in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland schreiben ließ, doch im Alltag - vor allem im Westen Deutschlands - war für diese Frauen die Gleichberechtigung noch weit entfernt.

Die Mutterschaft wurde als größtes Glück der Weiblichkeit gepriesen, zugebilligt wurden dem Weib die Wirkungsstätten Heim und Herd. Einher ging damit, dass ihr zumindest die Werbeindustrie gerne die Intelligenz absprach. So hieß es in der Reklame einer Firma für Backzutaten aus den 50ern: "Eine Frau kennt zwei Lebensfragen: Was ziehe ich an? Und was koche ich heute?" Das Gesetz erlaubte es dem Ehemann, seiner Angetrauten das Arbeiten zu verbieten; das Gesetz regelte ebenfalls, dass sie ihm jederzeit sexuell zur Verfügung stehen musste.
In der DDR hingegen war die Gleichheit von Frau und Mann selbstverständlich. Frauen arbeiteten und verdienten ebenso viel wie Männer auf der gleichen Position. Doch wer erledigte nach getaner Arbeit den Haushalt? Wer kochte und putzte? Oft waren es die Frauen, die dann in zweiter Schicht den Haushalt schmissen.

Schonungslos ehrlich und oft mit ironischer Distanz reflektieren die Frauen ihre jeweils ganz eigene, ideale Vorstellung von der Liebe, von der Ehe, von Familie und Status und wie sie dann die Wirklichkeit ihres Alltags als Hausfrau im Heim und am Herd einholte. Zweiteilige Dokumentation von Simone Jung

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 14.05.2018 um 01:15 Uhr auf HR.

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Schlagwoerter
Dokumentation/Reportage, Menschen im Alltag, Rückblick, DDR, Deutschland