

Die Welt von Obstbauer Martin Läpple war in Ordnung, als eine extrem frostige Nacht im April 2017 alles zerstörte. Die Rede ist von seinen Streuobstwiesen bei Hattenhofen im Albvorland. Experten sprechen von einer Naturkatastrophe, die Schäden sind so verheerend wie in Baden-Württemberg seit gut 26 Jahren nicht mehr. Sommerliche Temperaturen sorgen Anfang April letzten Jahres dafür, dass Apfel- und Kirschbäume zehn Tage früher blühen als sonst.
Das Albvorland - ein einziges Blütenmeer, bunt und süßlich duftend. Doch urplötzlich kommen Spätfröste. Die Landwirte sind macht- und fassungslos beim Anblick der erfrorenen Apfel-, Kirsch-, und Birnenblüten, so auch Martin Läpple und seine Familie. Von Pracht ist keine Spur mehr. Von jetzt auf gleich sind alle Obstblüten braun, also tot.
Aber noch ahnt keiner, wie schlimm es am Ende wirklich sein wird: Streuobstwiesen sorgen nicht nur für regionale Produktvielfalt, sondern sie sind auch wichtiger Lebensraum für Vögel und Insekten. Sie werden umweltverträglich bewirtschaftet. Außerdem haben sie einen positiven Einfluss auf das Mikroklima in der Umgebung. Mit 9,3 Millionen Bäumen auf 116.000 Hektar ist Baden-Württemberg das größte Streuobstanbaugebiet Mitteleuropas. Die größte zusammenhängende Fläche ist das Vorland der Schwäbischen Alb mit 30.000 Hektar.
Streuobstwiesen sind einzigartige Kulturlandschaften mit einer großen Artenvielfalt - schützens- und erhaltenswert.
Die SWR Wetterreporter Michael Kögel, Michael Kost, Thomas Miltner und Harry Röhrle sind über ein Jahr lang immer wieder rund um Hatenhofen am Fuße der Alb mit dabei, begleiten die Familie bei ihrer täglichen Arbeit in den Streuobstwiesen, auf dem Feld und bei der Veredelung des Obstes. Sie erleben die Freuden und Sorgen einer Obst- und Gemüsebauernfamilie während der vier Jahreszeiten hautnah mit. Denn wer seine Werkstatt unter freiem Himmel hat, muss stets auf das passende Wetter hoffen, um am Ende auch den verdienten Lohn einzufahren. Und das eigentlich immer und nicht nur an 364 Tagen im Jahr!
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 11.05.2018 um 06:00 Uhr auf SWR.